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Vermischtes

App warnt vor Handy-Abhängigkeit

Mittwoch, 15. Januar 2014

Bonn – Informatiker und Psychologen der Universität Bonn haben eine App für Smartphones (Menthal) entwickelt, die den Umgang mit dem Handy misst. Wer es installiert, kann damit zum Beispiel sehen, wie viel Zeit er täglich mit dem Telefon verbringt und welche Anwendungen er am häufigsten verwendet.

Die wichtigsten Kerndaten werden außerdem anonymisiert an einen Server übermittelt, wo die Wissenschaftler sie auswerten. „Wenn Sie eine digitale Diät machen wollen, dann stellen wir Ihnen dazu die Waage zur Verfügung“, sagte Alexander Markowetz, Junior­professor für Informatik an der Universität Bonn.

Die App ist Teil eines größeren Forschungsvorhabens zur Untersuchung des Handygebrauchs. Die meisten Studien verlassen sich dazu bis jetzt auf Selbsteinschätzungen der Nutzer. Diese Angaben sind aber unzuverlässig. „Die Menthal liefert zum ersten Mal belastbare Daten und kann uns detailliert zeigen, wie der durchschnittliche Mobiltelefonkonsum pro Tag ausfällt“, betonte Markowetz.

In einer bislang unveröffentlichten Studie haben die Forscher mit Menthal das Telefonverhalten von 50 Studenten über einen Zeitraum von sechs Wochen untersucht. „Die Ergebnisse waren zum Teil erschreckend“, kommentierte Christian Montag, Psychologe an der Bonner Universität. So nutzte ein Viertel der Probanden sein Telefon mehr als zwei Stunden pro Tag. Im Schnitt aktivierten die Studienteilnehmer 80 Mal täglich ihr Telefon, tagsüber durchschnittlich alle zwölf Minuten.

Laut den Bonner Forschern ähnelt das Nutzen eines Handys dem Umgang mit einem Glücksspielautomaten. Bei dieser möglichen neuen Sucht handele es sich aber nicht um eine offiziell anerkannte Erkrankung. „Dennoch wissen wir, dass der Umgang mit dem Mobiltelefon suchtähnliche Symptome hervorrufen kann“, betonte Montag. So könne ein übermäßiger Konsum zur Vernachlässigung von wichtigen täglichen Aufgaben oder des direkten sozialen Umfelds führen. „Bei Nichtnutzung kann es sogar zu regelrechten Entzugserscheinungen kommen“, beobachtete der Psychologe. © hil/aerzteblatt.de

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