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Medizin

Antidepressiva: Studie bestätigt PPNH-Risiko für Neugeborene

Mittwoch, 15. Januar 2014

Toronto – Die Verordnung von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) in der Spätschwangerschaft kann die Öffnung des Lungenkreislaufs nach der Geburt behindern. Die Gefahr einer Persistierenden pulmonalarteriellen Hypertonie des Neugeborenen (PPHN) ist nach den Ergebnissen einer Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2014; 348: f6932) zwar gering, sollte aber bei der Verordnung von Antidepressiva bedacht werden.

Da die Lungen vor der Geburt nicht benötigt werden, wird das Blut durch Shunts an ihnen vorbeigeleitet. Unter der Geburt kommt es zum Wechsel auf den Lungenkreislauf, der bei einigen Neugeborenen nicht oder nur teilweise gelingt. Die persistierende pulmo­nale Hypertonie des Neugeborenen (PPHN) kann zu leichten Atemstörungen oder zu einem lebensgefährlichen Sauerstoffmangel führen. Die Störung ist extrem selten. Die Inzidenz wird mit 1,9 auf 1000 Geburten angegeben.

Im Jahr 2006 hatten die Arzneibehörden in Kanada (Health Canada) und den USA (FDA) Warnhinweise veröffentlicht, nach denen der Einsatz von SSRI in der Spätschwanger­schaft das Risiko auf eine PPHN erhöhen. Die FDA hat die Warnung 2011 zurückgenommen. Aufgrund der widersprüchlichen Studienlage lasse sich keine Verbindung zwischen dem Einsatz von SSRI in der Schwangerschaft und der Störung herstellen, hieß es damals.

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Jetzt kommen Sophie Grigoriadis und Mitarbeiter vom Sunnybrook Research Institute in Toronto aufgrund einer Meta-Analyse von sieben Studien zu dem Ergebnis, dass das Risiko doch erhöht sein könnte. Ihre Berechnungen lassen einen Anstieg der Inzidenz um 2,85 bis 3,50 Erkrankungen auf 1000 Neugeborene vermuten. Dies entspräche einer Number Needed to Treat to Harm (NNTH) von 286 bis 351 mit SSRI behandelter Schwan­gerer auf der eine zusätzliche Erkrankung käme. Nach der Untersuchung ist das Risiko nur in der Spätschwangerschaft erhöht. © rme/aerzteblatt.de

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