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Medizin

Gleichzeitige Einnahme von Blutverdünnern und Antibiotika riskant

Donnerstag, 16. Januar 2014

Köln – Patienten, die auf Blutverdünner angewiesen sind und gleichzeitig Antibiotika einnehmen, haben ein deutlich erhöhtes Blutungsrisiko mit daraus resultierenden Krankenhauseinweisungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie der Universität zu Köln und der Uniklinik Köln zusammen mit dem Institut für Klinische Pharmakologie der Goethe-Universität in Frankfurt/Main, dem Wissenschaftlichen Institut der AOK sowie dem AOK Bundesverband. Die Forschungsgruppe unter Leitung von Ingrid Schubert von der Uniklinik Köln wertete für die Studie Krankenkassendaten von 24 Millionen Versicherten der AOK aus. Ihre Ergebnisse sind in Thrombosis and Haemostasis erschienen (doi 10.1160/TH13-09-0723).

Blutverdünner werden eingesetzt, um die Blutgerinnung zu verlangsamen, etwa bei Thrombosebildungen oder Herz-Rhythmus-Störungen wie Vorhofflimmern. Gleichzeitig geht mit der Einnahme dieser sehr häufig verschriebenen Mitteln ein verstärktes Risiko von Blutungen einher. Das Blutungsrisiko kann laut den Wissenschaftlern durch zusätz­liche Mittel wie Antibiotika erhöht werden und stellt eine ernsthafte Gefahr für den Patienten dar.

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Die Forscher konnten nachweisen, dass je nach Art des Antibiotikums das Blutungsrisiko zwei bis fünf Mal so hoch ist verglichen mit Patienten, die kein Antibiotikum erhalten haben.

„Wechselwirkungen zwischen Antibiotika und Blutverdünnern sind zwar bekannt, doch offensichtlich werden sie bei der Therapie im Praxisalltag noch nicht ausreichend berücksichtigt“, hieß es aus der Arbeitsgruppe. Als Konsequenz sollten Ärzte die Therapie bei Patienten sehr engmaschig kontrollieren, die Blutverdünner erhalten und ein Antibiotikum benötigen. „Wenn möglich, sollte auf Antibiotika zurückgegriffen werden, die mit niedrigeren Blutungsrisiken einhergehen“, so die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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