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Politik

Städtisches Klinikum Karlsruhe gibt Bluthandel mit DDR zu

Donnerstag, 16. Januar 2014

Karlsruhe – Das Städtische Klinikum Karlsruhe hat eingeräumt, am Bluthandel mit der DDR beteiligt gewesen zu sein. Es bestätigte heute einen Bericht des ARD-Politik­magazins Report Mainz. In einer Stellungnahme an den Sender, erklärt das Klinikum, zwischen 1988 und 1990 Blutpräparate aus der DDR bezogen zu haben. Sie seien damals auf ihre Qualität hin überprüft worden, hieß es.

„Allen Beteiligten war damals klar, dass man Verträge mit einem sozialistischen Regime abgeschlossen hatte“, heißt es in einem Schreiben des Oberbürgermeisters Gerhard Seiler aus dem Jahr 1993. „Es bestand aber kein Anlass, an der Vertrauenswürdigkeit der Geschäftspartner zu zweifeln.“

Aus dem Schreiben geht zudem hervor, dass im Jahr 1987 sogar der Plan bestand, weitere Kliniken mit den Blutpräparaten zu beliefern und Gewinne damit zu erzielen. Dieses Vorhaben sei jedoch vom Deutschen Roten Kreuz torpediert worden, das für den Großteil der Lieferungen von Blutkonserven im Südwesten verantwortlich ist.

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Der Bluthandel mit der DDR steht in einem schlechten Licht, seit bekannt wurde, dass das Regime zeitweise auch Blut von Häftlingen gegen Devisen an den Westen verkaufte. Dies belegt eine entsprechende Studie, die am kommenden Montag veröffentlicht werden soll. Das Bayerische Rote Kreuz hatte ebenfalls eingeräumt, solche Blutspenden über einen Schweizer Zwischenhändler gekauft zu haben.

© dpa/aerzteblatt.de

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