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Spezielle Sporttherapie für krebskranke Kinder in Hannover

Donnerstag, 16. Januar 2014

In der Sportmedizin: Ministerin Cornelia Rundt, Dr. Andreas Meusch, Fabian, Professor Christian Kratz und Torge-Christian Wittke (v.l.) /MMH Bandel

Hannover – Eine besondere sportmedizinische Betreuung bietet die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) krebskranken Kindern und Jugendlichen an. Sie beginnt während der stationären Krebsbehandlung und soll dafür Sorge tragen, dass die jungen Patienten in ihrer körperlichen Entwicklung und Leistungsfähigkeit möglichst wenig beeinträchtigt werden. Der Verein für krebskranke Kinder Hannover hat das Projekt mit der Finanzierung einer Stelle ermöglicht. Als erste gesetzliche Krankenkasse übernimmt nun die Techniker Krankenkasse (TK) für ihre Versicherten die Kosten der Therapie.

„Ein innovatives Behandlungskonzept – in Niedersachsen entwickelt, mitfinanziert von einem Elternverein – wird nun von der ersten Krankenkasse getragen. Ich hoffe, weitere Kassen werden folgen“, sagte die niedersächsische Sozial- und Ge­sund­heits­mi­nis­terin Cornelia Rundt (SPD).

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Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland 1.800 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren neu an Krebs, Leukämien sind die häufigsten Diagnosen. „Die Therapien werden immer besser und die Lebenserwartung erhöht sich“, erläutert Christian Kratz, Direktor der MHH-Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie.

Bei einer Leukämie dauere eine komplette Therapie zwei Jahre, davon müssten die jungen Patienten bis zu einem halben Jahr in der Klinik verbringen. „Ihre komplette Entwicklung liegt brach. Dieses neue Angebot ist eine riesige Ablenkung von der Krank­heit und tut nicht nur der körperlichen Entwicklung gut, sondern auch der seelischen“, betont der Onkologe.

Das genaue Trainingskonzept hat das MHH-Institut für Sportmedizin mit der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie entwickelt. „Wir passen die Trainingsform individuell an. Die Belastung wird so gewählt, dass wir das Immunsystem positiv beein­flussen“, erläutert der Direktor des Instituts für Sportmedizin, Uwe Tegtbur.

Das Konzept umfasst drei Module: Sporttherapie, Sport- und Verhaltensschulung sowie eine Erstuntersuchung und Routinenachkontrolle. Das individuell abgestimmte Trainings­programm besteht aus Übungen zu Kraft, Ausdauer, Koordination und Stabilisation. Die Übungen finden entweder im oder am Bett des Patienten oder in Trainingsräumen des Instituts für Sportmedizin statt. Die Sport- und Verhaltensschulung schult die betroffenen Kinder und ihre Eltern, um die praktisch erlernten trainingsthera­peutischen Maßnahmen auch dauerhaft zu Hause umsetzen zu können.  © hil/aerzteblatt.de

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