NewsÄrzteschaftKlage der Apobank droht zu scheitern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Klage der Apobank droht zu scheitern

Freitag, 17. Januar 2014

Düsseldorf – Der Apotheker- und Ärztebank (Apobank) droht in einem Streit um 66 Millionen Euro Schadenersatz vor dem Düsseldorfer Landgericht eine Niederlage. Die Bank hatte ihre ehemaligen Vorstände wegen Verlusten im Zuge der weltweiten Finanzkrise verklagt. Sie hätten mit der Investition in strukturierte Finanzprodukte ihre Sorgfaltspflichten verletzt und gegen das Spekulationsverbot der Bank verstoßen. Das Geldhaus habe nach vorläufiger Lage „die Latte ein bisschen zu hoch gehängt“, sagte heute Richterin Ulrike Bardo. Die weltweite Bankenkrise sei „in dieser Schärfe nicht vorhersehbar“ gewesen.

Zweifellos seien die Vorstände verpflichtet, jede Anlage sorgfältig zu prüfen. „Aber man kann auch mal danebenliegen“, sagte Bardo. Die Kammer will am 16. Juni eine Entscheidung verkünden. Die Bank hatte fünf ihrer ehemaligen Manager, darunter auch Ex-Bankchef Günther Preuß, auf Zahlung von 66 Millionen Euro Schadenersatz verklagt.

Die Apobank wirft ihren Ex-Managern vor, gegen das in der Satzung verankerte Spekulationsverbot der Bank verstoßen und keine ausreichende Risikoabwägung vorgenommen zu haben. So habe der Vorstand im Februar 2007 beschlossen, sogenannte CDO-Wertpapiere im Nennwert von 42,45 Millionen Euro auf Kredit zu erwerben. Im Zuge der Finanzkrise seien die Papiere völlig wertlos geworden. Mitte 2007 sei zudem eine Anleihe erworben worden, mit der die Bank 24 Millionen Euro verloren habe.

Anzeige

Insgesamt hatten sich die Verluste der Bank im Zuge der Finanzkrise auf 283 Millionen Euro summiert, woraufhin das Düsseldorfer Geldhaus Garantien des genossenschaftlichen Bankenverbands in Anspruch nehmen musste.

Die Bankmanager berufen sich auf ihren unternehmerischen Entscheidungsspielraum, den sie nicht überschritten hätten. Risiken seien für das Bankgeschäft charakteristisch und daher grundsätzlich zulässig. Der Eintritt der Finanzkrise sei beim Treffen der kritisierten Entscheidungen nicht vorhersehbar gewesen. Die Papiere seien mit höchsten Bonitätswerten ausgewiesen gewesen. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #93996
johann.gruber
am Freitag, 24. Januar 2014, 00:22

Für eine Geldanlage muss man doch Geld haben!

Für Geldanlagen muss man man zwangsläufig Geld haben. Nachdem die CDO-Wertpapiere im Nennwert von 42,45 Millionen Euro auf Kredit erworben wurde, müsste das ein für die Bankverantwortlichen verbotenes Spekulationsgeschäft gewesen sein. Dass für die Schrottpapiere höchste Bonitätswerte ausgewiesen waren, ändert doch nichts am Tatbestand der Spekulation.
LNS

Nachrichten zum Thema

27. August 2020
Düsseldorf – Zufrieden mit dem Geschäftsergebnis des ersten Halbjahres 2020 ist die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank). Es sei ihr gelungen, trotz der Coronakrise einen Überschuss von 32,7
Apobank strebt Jahresüberschuss leicht über Vorjahr an
15. Juli 2020
Berlin – Bei der apoBank sind nach wie vor nicht alle Probleme mit dem Onlinebanking behoben. Der Vorstand der Bank reagierte kürzlich mit einem Schreiben an die Kunden. Dort räumt dieser ein, dass es
Apobank entschuldigt sich bei Kunden
1. Juli 2020
Düsseldorf – Auch einen Monat nach der Umstellung ihres IT-Systems gibt es bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) Probleme beim Onlinebanking. Kunden können zum Teil ihre Konten
apoBank: IT-Probleme nach wie vor nicht behoben
16. Juni 2020
Berlin – Kunden der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) sehen sich nach wie vor mit den Folgen der Systemumstellung ihres Kreditinstituts konfrontiert. Es kommt weiterhin zu Problemen beim
Weiter Probleme nach Softwareumstellung bei der apoBank
5. Juni 2020
Düsseldorf – Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) hat eine umfassende IT-Migrationen vollzogen. Die Umstellung ihres IT-Systems verlief jedoch nicht reibungslos. Unter anderem sollen
Pannen bei Systemumstellung der apoBank
7. Mai 2020
Düsseldorf – Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) will ihren Mitgliedern für das Jahr 2019 eine Dividende von zwei Prozent zahlen. Das hat die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Bank gestern
apoBank will zwei Prozent Dividende zahlen
28. April 2020
Düsseldorf – Gesundheitswerte haben die Coronakrise an der Börse laut der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) bislang sehr gut überstanden. Das gelte insbesondere für Unternehmen im Bereich
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER