Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Gröhe: Bei Sterbehilfe wird jeder Abgeordnete dem Gewissen folgen

Montag, 20. Januar 2014

Berlin – Über das geplante Gesetz zur Sterbehilfe in Deutschland soll nach den Worten von Ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) im Bundestag ohne Fraktionszwang entschieden werden. „Das Thema ist bedrängend, weil es existenzielle Fragen berührt. Jeder Abgeordnete wird hier dem eigenen Gewissen folgen“, sagte Gröhe der Frank­furter Allgemeinen Zeitung vom Montag. Zwischen ihm und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) gebe es keinen Dissens in dieser Frage.

Gröhe kann sich vorstellen, dass noch in diesem Jahr ein Gesetz verabschiedet werde. Der Ge­sund­heits­mi­nis­ter sprach sich dabei für ein gesetzliches Verbot jeder Form der organisierten Selbsttötungshilfe aus. Nicht nur die erwerbsmäßige, sondern auch die organisierte Sterbehilfe, die nicht auf Gewinnerzielung gerichtet ist, müsse verboten werden.

Wenn die Selbsttötung „als eine Behandlungsvariante neben schmerzlindernde Medizin und andere Hilfen“ trete, tangiere das „unsere gesamte Werteordnung“, sagte der CDU-Politiker. Auch einen ärztlich assistierten Suizid lehnt Gröhe ab. Dadurch werde „das auf Lebenserhaltung ausgerichtete Arztbild in unserer Gesellschaft insgesamt erschüttert“. Der Arzt habe die Aufgabe, Leben zu schützen, betonte Gröhe. „Daran möchte ich unbedingt festhalten.“ © dpa/afp/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

advokatus diaboli
am Dienstag, 21. Januar 2014, 08:53

Auch der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter sollte sich den Mühen eines Literaturstudiums unterziehen!

Der nachfolgender Link führt zu einer aufschlussreichen Publikation – eine von Hundert weiter zu empfehlenden Literaturstellen - und insbesondere unserem neuen Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter sei die Lektüre dringend empfohlen!

Es kann nicht sein, dass ein hochrangiger Politiker Aussagen ins Blaue hinein tätigt, ohne hierbei die gesicherten wissenschaftlichen Ergebnisse zur Kenntnis zu nehmen. Auch wenn Politiker im Zweifel nur die „politische Verantwortung“ tragen, so sind diese nicht von der Verpflichtung entbunden, sich inhaltlich mit den fundamentalen Fragen des Grundrechtsschutzes auseinanderzusetzen. Es reicht beileibe nicht zu, hierbei auf die „Gewissensentscheidung“ der Abgeordneten zu vertrauen, die jenseits der im Diskurs vertretenen Stellungnahmen im stillen Kämmerlein getroffen wird, so, als säßen die Politiker auf einer einsamen Inseln, auf der es keinen Bibliothek oder Onlinezugang für eine zwingend gebotene Recherche gibt.

Das „Arztbild“ wird sich in unserer Gesellschaft nicht dramatisch verändern; eher das von Gröhe angenommene Gegenteil wird sich einstellen. Indes ist aber auch dies nur eine empirische Prognose, die derzeit durch nichts zu belegen ist, wenngleich ein Blick in die europäischen Nachbarstaaten durchaus zeigt, dass dort die Ärzteschaft weder moralisch noch ethisch verroht ist!

Thomas Gutmann, Der eigene Tod - Die Selbstbestimmung des Patienten und der Schutz des Lebens in ethischer und rechtlicher Dimension >>> http://www.medizin-ethik.ch/publik/der_eigene_tod.htm <<<.
Threshold
am Dienstag, 21. Januar 2014, 07:15

Ohne Worte

Seit wann haben Politiker eigentlich ein Gewissen?
Politiker sind in fast aller Regel meistbietend zu "mieten".

Nachrichten zum Thema

31.08.17
Prozessbeginn um Sterbehilfe in Hamburg
Hamburg – Vor dem Landgericht Hamburg hat ein Prozess gegen einen Arzt des Vereins Sterbehilfe Deutschland begonnen. Dem 75 Jahre alten Mediziner wird Totschlag in zwei Fällen vorgeworfen. Das Gericht......
29.08.17
Landgericht Hamburg verhandelt über Beihilfe zum Suizid
Hamburg – Der Bundestag hat auch wegen des Vereins „Sterbehilfe Deutschland“ die Suizidbeihilfe neu geregelt. Ab Donnerstag befasst sich das Landgericht Hamburg mit den Praktiken des Vereins.......
04.08.17
Bilanz nach 15 Jahren: Sterbehilfe in den Niederlanden fest etabliert
Rotterdam - Die Sterbehilfe, die in den Niederlanden seit 2002 gesetzlich geregelt ist, aber auf eine längere „Tradition“ zurückblickt, hat sich in den letzen 15 Jahren fest etabliert, wie eine......
31.07.17
Britisches Baby im Hospiz gestorben
London – Nach monatelangem juristischen Ringen um die Behandlung eines an einer sehr seltenen Erkrankung leidenden und todkranken britischen Babys ist der Junge am Freitag in einem Hospiz gestorben.......
28.07.17
Erste Verfassungs&shy;beschwerden gegen Sterbehilfeverbot abgewiesen
Karlsruhe – Das Bundesverfassungsgericht hat zwei von 13 Klagen gegen das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe aus formalen Gründen abgewiesen. Sie erfüllten nicht die Annahmevoraussetzungen, heißt es......
27.07.17
Todkrankes britisches Baby soll im Hospiz sterben
London – In der Frage, wo ein todkrankes britisches Baby seine letzten Tage verbringen darf, haben sich Eltern und Ärzte geeinigt. Der elf Monate alte Junge soll in einem Kinderhospiz sterben, wie......
24.07.17
Britische Eltern geben Kampf um Behandlung ihres todkranken Babys auf
London – Die Eltern eines todkranken britischen Babys haben ihren Kampf vor Gericht um die Weiterbehandlung in den USA aufgegeben. Unglücklicherweise sei die „Zeit abgelaufen“, sagte der Anwalt der......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige