Politik

Gröhe: Bei Sterbehilfe wird jeder Abgeordnete dem Gewissen folgen

Montag, 20. Januar 2014

Berlin – Über das geplante Gesetz zur Sterbehilfe in Deutschland soll nach den Worten von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) im Bundestag ohne Fraktionszwang entschieden werden. „Das Thema ist bedrängend, weil es existenzielle Fragen berührt. Jeder Abgeordnete wird hier dem eigenen Gewissen folgen“, sagte Gröhe der Frank­furter Allgemeinen Zeitung vom Montag. Zwischen ihm und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) gebe es keinen Dissens in dieser Frage.

Gröhe kann sich vorstellen, dass noch in diesem Jahr ein Gesetz verabschiedet werde. Der Gesundheitsminister sprach sich dabei für ein gesetzliches Verbot jeder Form der organisierten Selbsttötungshilfe aus. Nicht nur die erwerbsmäßige, sondern auch die organisierte Sterbehilfe, die nicht auf Gewinnerzielung gerichtet ist, müsse verboten werden.

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Wenn die Selbsttötung „als eine Behandlungsvariante neben schmerzlindernde Medizin und andere Hilfen“ trete, tangiere das „unsere gesamte Werteordnung“, sagte der CDU-Politiker. Auch einen ärztlich assistierten Suizid lehnt Gröhe ab. Dadurch werde „das auf Lebenserhaltung ausgerichtete Arztbild in unserer Gesellschaft insgesamt erschüttert“. Der Arzt habe die Aufgabe, Leben zu schützen, betonte Gröhe. „Daran möchte ich unbedingt festhalten.“ © dpa/afp/aerzteblatt.de

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advokatus diaboli
am Dienstag, 21. Januar 2014, 08:53

Auch der Bundesgesundheitsminister sollte sich den Mühen eines Literaturstudiums unterziehen!

Der nachfolgender Link führt zu einer aufschlussreichen Publikation – eine von Hundert weiter zu empfehlenden Literaturstellen - und insbesondere unserem neuen Bundesgesundheitsminister sei die Lektüre dringend empfohlen!

Es kann nicht sein, dass ein hochrangiger Politiker Aussagen ins Blaue hinein tätigt, ohne hierbei die gesicherten wissenschaftlichen Ergebnisse zur Kenntnis zu nehmen. Auch wenn Politiker im Zweifel nur die „politische Verantwortung“ tragen, so sind diese nicht von der Verpflichtung entbunden, sich inhaltlich mit den fundamentalen Fragen des Grundrechtsschutzes auseinanderzusetzen. Es reicht beileibe nicht zu, hierbei auf die „Gewissensentscheidung“ der Abgeordneten zu vertrauen, die jenseits der im Diskurs vertretenen Stellungnahmen im stillen Kämmerlein getroffen wird, so, als säßen die Politiker auf einer einsamen Inseln, auf der es keinen Bibliothek oder Onlinezugang für eine zwingend gebotene Recherche gibt.

Das „Arztbild“ wird sich in unserer Gesellschaft nicht dramatisch verändern; eher das von Gröhe angenommene Gegenteil wird sich einstellen. Indes ist aber auch dies nur eine empirische Prognose, die derzeit durch nichts zu belegen ist, wenngleich ein Blick in die europäischen Nachbarstaaten durchaus zeigt, dass dort die Ärzteschaft weder moralisch noch ethisch verroht ist!

Thomas Gutmann, Der eigene Tod - Die Selbstbestimmung des Patienten und der Schutz des Lebens in ethischer und rechtlicher Dimension >>> http://www.medizin-ethik.ch/publik/der_eigene_tod.htm <<<.
Threshold
am Dienstag, 21. Januar 2014, 07:15

Ohne Worte

Seit wann haben Politiker eigentlich ein Gewissen?
Politiker sind in fast aller Regel meistbietend zu "mieten".

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