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Politik

Keine Trendwende beim Hausärztemangel

Montag, 20. Januar 2014

Berlin/Düsseldorf – Hausärzte machen mehr als 40 Prozent der niedergelassenen Vertragsärzte aus. Ihr Anteil bei den Existenzgründungen liegt aber nur bei 25,6 Prozent im Westen und 33,6 Prozent im Osten. Das berichten das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschalnd (ZI) und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank). „Sollte sich in den kommenden Jahren keine deutliche Trendwende einstellen, werden immer mehr Hausarztpraxen geschlossen werden“, warnt Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der Apobank.

Die Analyse beruht auf den von der Apobank begleiteten Finanzierungen ärztlicher Existenzgründungen in den Jahren 2011/2012. Diese werden seit 1984 erfasst und anonymisiert ausgewertet.

Laut der Analyse ist es für Existenzgründer attraktiver, eine Einzelpraxis neu zu gründen, als eine Bestandspraxis zu übernehmen. Dies sei besonders bedauerlich für Ärzte, die aus Altersgründen ihre Praxis weitergeben wollten.

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Apobank und ZI betonten, dass die Rahmenbedingungen für Hausärzte gut seien: „Neben einer soliden Einkommenssituation sind die Investitionen für eine Niederlassung moderat und mit flexiblen Arbeitsmodellen lassen sich auch Beruf und Familie in Einklang bringen“, hieß es aus den beiden Organisationen.

Während sich im Westen 53,0 Prozent für die Kooperation entschieden, waren es im Osten nur 20,2 Prozent. Dies habe vor allem strukturelle Ursachen: Da große Teile Ostdeutschlands ländlich geprägt seien, sei die Patientendichte dort in vielen Regionen nicht groß genug für eine Kooperation. Auch die Investitionsvolumina für eine haus­ärztliche Praxis blieben 2011/2012 laut ZI und Bank moderat. Je nach Art der Nieder­lassung mussten die Gründer zwischen 86.000 und 129.000 Euro einkalkulieren. „Das ist eine Summe, die unter dem Aspekt der Finanzierbarkeit gut gestemmt werden kann“, so Heßbrügge.

Das höchste Investitionsvolumen für Allgemeinärzte gab es im Westen mit 129.000 Euro für die Übernahme einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG). Es folgten die Einzelpraxisübernahme mit 125.000 Euro und die Neugründung einer Einzelpraxis mit 116.000 Euro. Hausärzte, die den Sitz eines Arztes in einer bestehenden BAG über­nommen haben, mussten 114.000 Euro einkalkulieren. Die Überführung einer Einzelpraxis in eine BAG schlug mit 106.000 Euro pro Arzt zu Buche. Wer als zusätzlicher Hausarzt einer bereits bestehenden BAG beigetreten ist, musste 103.000 Euro einplanen.

Im Osten fielen die Investitionsvolumina um 20 bis 30 Prozent geringer aus als im Westen. So mussten Hausärzte für die Neugründung einer Einzelpraxis 92.000 Euro einplanen. Die Übernahme einer Einzelpraxis schlug mit 86.000 Euro zu Buche. „Die Konkurrenzsituation ist in den neuen Bundesländern weniger stark ausgeprägt, was deutlich geringere Übernahmepreise nach sich zieht“, erläuterte Heßbrügge.

Das Durchschnittsalter der Existenzgründer unter den Hausärzten lag 2011/2012 bei 42 Jahren. Der Frauenanteil lag im Osten bei 57,6 Prozent und im Westen bei 50,2 Prozent. © hil/aerzteblatt.de

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