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Honorarbericht 2012: Leichtes Plus – bei Berücksichtigung der Selektivverträge

Montag, 20. Januar 2014

dpa

Berlin – Zwischen den Umsätzen von niedergelassenen Ärzten und Psychologischen Psychotherapeuten bestanden auch im Jahr 2012 erhebliche Unterschiede. Selbst in ein und derselben Fachgruppe differiert der Praxisumsatz zum Teil deutlich. Das geht aus dem jüngsten Honorarbericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor. Er enthält sowohl Angaben zum vierten Quartal 2012 wie einen Überblick über die Umsätze für das gesamte Jahr 2012.

Im Vergleich mit dem Jahr 2011 ist der durchschnittliche Honorarumsatz  je Arzt/ Psycho­therapeut aus der Versorgung von gesetzlich Krankenversicherten um 0,6 Prozent gesunken, und zwar um circa 1.250 Euro auf rund 201.000 Euro. Die KBV weist aber darauf hin, dass „die regionalen Veränderungsraten der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) in Bayern und Baden-Württemberg gesondert zu betrachten sind“. Auf den ersten Blick ist der Honorarumsatz je Arzt/Psychotherapeut in Bayern um 2,9 Prozent gefallen, in Baden-Württemberg um 2,6 Prozent. Doch in beiden Ländern sind Honorar­rückgänge vor allem die Folge von Selektivverträgen. Die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte rechnen in diesem Fall nicht mehr über die KV ab, sondern mit den Vertrags­partnern.

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Rechnet man die Veränderung der Honorarumsätze in Bayern und Baden-Württemberg heraus, ist der Honorarumsatz je Arzt/Psychotherapeut bundesweit nicht gesunken, son­dern um 0,2 Prozent gestiegen. Der durchschnittliche Umsatz etlicher Arztpraxen liegt höher, da die Einnahmen der Ärztlichen und Psychologischen Psychotherapeuten erheblich niedriger sind. Sie betrugen 2012 im Durchschnitt 73.000 Euro.

„Im hausärztlichen Versorgungsbereich zeigt sich ein uneinheitliches Bild“, heißt es im Honorarbericht weiter. In einigen KVen seien deutliche Honorarumsatzsteigerungen zu verzeichnen, so bei den Hausärzten in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Hamburg. In Nordrhein und Berlin sind die Einnahmen hingegen rückläufig.

Rechnet man die Umsätze in Bayern und Baden-Württemberg heraus, ergibt sich für 2012 ein durchschnittlicher Zuwachs von 1,1 Prozent. Die Spanne reicht von 164.000 Euro (Hamburg) über 195.000 Euro (Nordrhein) bis zu 231.000 Euro (Thüringen). Mit wie vielen Patienten und welchen Leistungen der Umsatz erzielt wurde, geht aus dem Bericht nicht hervor. Interessant ist aber beispielsweise, dass der Honorarumsatz je Behand­lungs­fall in Hamburg mit 53,35 Euro fast identisch mit dem in Thüringen war, wo er 53,81 Euro betrug.

Auch im fachärztlichen Versorgungsbereich differieren die regionalen Umsatzent­wicklungen dem Honorarbericht zufolge. Sie lagen zwischen -3,4 Prozent (Mecklenburg-Vorpommern) und + 2 Prozent (Niedersachsen). Die größten Umsatzsteigerungen konnten 2012 im Durchschnitt die Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Endokrinologie erzielen (+ 2,5 Prozent) sowie die Fachärzte für Hals-Nasen-Ohren­heilkunde (+ 4,6 Prozent). Die Regel waren jedoch Rückgänge beim durchschnittlichen Honorarumsatz je Arzt: bei den Fachärzten für Orthopädie (- 2,3 Prozent), den Fach­ärzten für Neurologie (- 1,6 Prozent) und den Fachärzten für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie (-1,6 Prozent).

Die KBV weist darauf hin, dass Umsatzvergleiche über verschiedene Jahre nicht einfach zu erstellen sind. So würden beispielsweise in fast allen Regionen besondere Verträge zur Vergütung augenärztlicher Operationsleistungen geschlossen, teils mit, teils ohne Beteiligung der KV. „Im letzteren Fall liegen der KBV keine Daten zum Honorarumsatz vor“, heißt es im Bericht. Das erschwert aussagekräftige regionale Vergleiche der Umsatzentwicklungen. © Rie/aerzteblatt.de

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