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Medizin

Chikungunyafieber breitet sich auf den Antillen aus

Montag, 20. Januar 2014

Stockholm – Das Chikungunyafieber, das bisher auf Afrika, den indischen Subkontinent und Südostasien beschränkt war, hat in den letzten Wochen die Karibik erreicht. Nachdem im Dezember vereinzelte Fälle auf Saint Martin aufgetreten waren, sind nach Auskunft des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) mehrere bei Europäern beliebte Urlaubsziele auf den Antillen betroffen.

Auf dem zu Frankreich gehörenden Teil von Saint Martin wurden inzwischen 294 wahrscheinliche oder bestätigte Fälle gezählt, auf der niederländischen Seite (Sint Maarten) sind zwei Personen erkrankt. Auf Martinique wurden 127 Fälle registriert, auf Saint Barthélemy 31 und auf Guadeloupe 27. Hinzu kommt eine aus Martinique importierte Erkrankung in Französisch-Guayana sowie drei Infektionen auf Jost Van Dyke, das zu den Britischen Jungferninseln gehört.

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Damit scheint sich das Chikungunyavirus in der südlichen Karibik festzusetzen. Es handelt sich um das erste bekannte Auftreten der Virusinfektionen auf den amerikanischen Kontinenten. Die Viren werden mit den gleichen Aedes-Mücken übertragen, die auch Träger der derzeitigen Dengue-Epidemie in der Gegend sind.

Eine Chikungunya-Infektion geht meist mit Fieber, Ausschlag, Knochen- und Gelenk­schmerzen einher. Nur in sehr seltenen Fällen kommt es zu einem hämorrhagischen Fieber. Auch Touristen können sich anstecken. Die Labordiagnose von Chikungunya­viren ist in Deutschland meldepflichtig.

Dem Robert Koch-Institut werden seit 2006 zwischen 9 und 54 Erkrankungen pro Jahr gemeldet. Eine Impfung gibt es nicht. Reisenden in Länder der Karibik wird bereits aufgrund anderer Krankheiten ein umfassender Mückenschutz (Repellentien, bedeckende Kleidung und gegebenfalls Bettnetze) empfohlen. Zu beachten ist, dass die Aedes-Mücken tagaktiv sind. Anders als bei der Malaria besteht deshalb nicht nur in der Dämmerung, sondern während des Tages ein Ansteckungsrisiko. © rme/aerzteblatt.de

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