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Medizin

Zervix­karzinom-Screening auch für ältere Frauen sinnvoll

Dienstag, 21. Januar 2014

London – Das Routinescreening von Frauen auf Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen könnte sich bis zum 69. Lebensjahr lohnen. Das folgern Forscher um Peter Sasieni an der Queen Mary University of London aus ihrer epidemiologischen Analyse, die sie in PLOS Medicine veröffentlicht haben (http://dx.doi.org/10.1371/journal.pmed.1001585 ).

Das Zervixkarzinom gehört weltweit zu den häufigsten bösartigen Tumoren der Frau. Bekannte Risikofaktoren sind Rauchen, Promiskuität und eine Infektion mit Hoch­risiko-Typen der humanen Papillomaviren (HPV). Krankenkassen bieten Frauen ab dem 20. Lebensjahr ein regelmäßiges Kontrollscreening an. Durch die Erkennung von Krebsvorstufen ist eine effektive Prävention möglich. In Großbritannien hat sich seit der Einführung des regelmäßigen Screenings im Jahr 1988 die Inzidenz des Zervixkarzinoms halbiert. Bis zu welchem Alter sich eine Prävention lohne, sei jedoch unsicher, berichten die Forscher.

Zur Klärung dieser Frage analysierte die Arbeitsgruppe 1.341 Fälle von Frauen, die zwischen dem 65. und 83. Lebensjahr an einem Zervixkarzinom erkrankten und 2.646 Gesunden. Frauen, die sich bis zum 65. Lebensjahr regelmäßig einem Screening unterzogen, hatten bei unauffälligem Befund ein sechsfach geringeres Risiko, später an einem Zervixkarzinom zu erkranken, als Frauen, die sich zwischen dem 50. und 64. Lebensjahr keinem Screening unterzogen.

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Wenn in dieser Altersgruppe wenigstens alle fünfeinhalb Jahre ein Screening durch­geführt wurde, sank das Risiko, zwischen dem 65. und 79. Lebensjahr zu erkranken, um 75 Prozent. Ohne die durchgeführten Screenings schätzen die Forscher, dass die Erkrankungsrate der über 65-Jährigen um das 2,4-fache höher gewesen wäre.

Das Bundesministerium für Gesundheit empfiehlt gegenwärtig: „Das Screening sollte im Alter von 20 – 30 Jahren beginnen und in einem Intervall von 3 – 5 Jahren bis zum Alter von 60 – 65 Jahren fortgeführt werden. Die obere Altersgrenze sollte nicht unter 60 Jahren liegen.“ Auf Grundlage ihrer Ergebnisse halten die Forscher es für gerechtfertigt, Frauen bis zum 69. Lebensjahr einem Screening auf Gebärmutterhalskrebs zu unter­ziehen. Insbesondere für jene, die zwischen dem 50. und 64. Lebensjahr ein auffälliges oder kein Screening hatten, sei dies sinnvoll.

© hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #560064
nocure
am Mittwoch, 22. Januar 2014, 13:24

Was für eine hirnrissige Studie

Da führen die Briten eine Studie durch und halten sich seit Jahrzehnten nicht an diese Rhythmen?
In England ist das Routinescreening (beim GP) zwischen 50-65 Jahren alle 5 Jahre vorgesehen, ab 65 nur noch wenn Abnormalitäten vorher sichtbar waren. Eine Frau bei Z.n. Hysterektomie bekommt ab 50 überhaupt keine Untersuchung mehr! Ausnahme sind die Abnormalitäten.....
Was des BMG sagt ist ja auch putzig. Intervall von 3-5 Jahren, auch mindestens bis zum 69. LJ? Haben die schon mal in die Richtlinien der Krebsfrüherkennung für Frauen geschaut? Aktuell ab dem 20.LJ Lifetime!! jedes Jahr ohne Ausnahme. Ob das sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt.....
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