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Politik

Ärzte kritisieren Ländervergleich mit fragwürdigen Daten

Dienstag, 21. Januar 2014

dpa

Berlin – Befremdet über eine Berechnung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG haben sich die Bundes­ärzte­kammer, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), und der NAV-Virchowbund geäußert. Die KPMG-Untersuchung ist in den Zeitungen Die Welt und Welt am Sonntag erschienen. Dort heißt es, Deutschland weise unter 24 euro­päischen Gesundheitssystemen sehr hohe Ausgaben auf, Ärzte und vor allem Kliniken lieferten aber nur mittelmäßige Leistungen. „Qualität der Versorgung steht für die Klini­ken und die Klinikträger an erster Stelle. Es muss Schluss damit sein, dass irgendwelche Akteure mit fragwürdigen Statistiken Patienten verunsichern“, sagte der DKG-Haupt­geschäftsführer Georg Baum gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

Bei der KPMG-Untersuchung handelt es sich um eine für die beiden Zeitungen aufbe­reitete Aktualisierung der Untersuchung „Qualität und Wirtschaftlichkeit im deutschen Gesundheitssystem“ aus dem Jahr 2013. Auf Basis der dort verfügbaren Zahlen und dem OECD Gesundheitsreport 2013 „Health at a Glance“ errechnet KPMG ein Ranking der europäischen Länder in den Bereichen gesundheitsbewusstes Verhalten, Versor­gungsqualität, Ergebnisqualität sowie Struktur- und Prozessqualität. Die effizientesten Gesundheitssysteme haben danach Luxemburg, Island, Schweden und Norwegen, Deutschland rangiere im unteren Mittelfeld.

"Fragwürdige internationale Vergleichstudien"
„Wir zweifeln an, dass die Datenbasis aus Gesundheitssystemen wie beispielsweise dem Tschechischen ausreicht, um valide Vergleiche zur Qualität der Versorgung treffen zu können“, sagte Baum.

„Wir sollten nicht nur über Qualität in der Patientenversorgung sprechen, sondern auch über die Qualität teilweiser höchst fragwürdiger internationaler Vergleichsstudien“, schreibt der Kommunikationschef der Bundes­ärzte­kammer, Alexander Dückers in einem Leserbrief an die Welt am Sonntag. Diese Studien krankten häufig „an völlig unzu­reichenden Vergleichsparametern“.

Dückers weist in diesem Zusammenhang auf den sogenannten Versorgungsatlas der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie hin. Darin haben Wissenschaftler internationale Vergleichsdaten über mehrere Jahre kritisch untersucht und kommen zu dem Ergebnissen, dass die zum Vergleich herangezogenen Zahlen aus internationalen amtlichen Datenquellen eine sehr heterogene Qualität aufweisen, zum Beispiel fehle zum Teil die Altersbereinigung. Außerdem seien die Kodiersysteme international unterschiedlich. „Während in der Gesundheitsversorgung Instrumente der Qualitätssicherung seit Jahren eine Selbstverständlichkeit sind, scheint dies für internationale Gesundheitsrankings nicht zu gelten“, so Dückers Fazit.

„KPMG reduziere das deutsche Gesundheitswesen auf eine reine Kosten-Nutzen-Rechnung“, kritisierte der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dirk Heinrich. Gerne verwiesen die Wirtschaftsprüfer auf die vermeintlich besseren nordischen Länder, ließen dabei aber außer Betracht, dass es dort teils erheblich längere Wartezeiten und erste Ansätze von Rationierung medizinischer Leistungen gebe, so Heinrich.

Deutschland habe im OECD-Vergleich hingegen zusammen mit der Schweiz die niedrigsten Wartezeiten bei Facharztüberweisungen und bei Operationsterminen im Krankenhaus. „Die KPMG entwirft ein Gesundheitssystem am neoliberalen Reißbrett, unser Gesundheitswesen sieht anders aus“, erklärte Heinrich.

© hil/aerzteblatt.de

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ArztundEuropa
am Donnerstag, 23. Januar 2014, 09:19

Tendenz..... Leistung weiter fallend !!!

.... selbst mit NC und exzellenten Hochschulen nicht an die Spitze.....
Wie kommst nur dazu???

Das Pflegepersonal vom Jobcenter, ausländische Ärzte zum Null Tarif. 50% der dt. Fachärzte arbeitslos.
85% der dt. Ärzte sind bei Berufsaufnahme 35 Jahre alt. In den operativen Fächer z.B. Orthopädie müssen Assistenzärzte jahrelang in der Allgemeinchirurgie, Neurochirurgie rotieren, Notarztwagen fahren. Werden zum Stationsdienst, Nachdienste und Ambulanz eingeteilt. Den OP sehen selten, denn dort müssen sich die Oberärzte gegenseitig assistieren, was früher die Assistenzärzte gemacht haben.
Mit 35 Jahren Berufsanfänger, mit dem Facharzt ab 42 Jahren das erste Mal einen Bohrer in der Hand. 50% von Ihnen, die anderen 50% werden arbeitslos.

Was die Ärztekammer dazu meint? Ich zitiere: " Es ist zumutbar! " Politisch so gewollt und mich wunder nichts mehr.
Rufen Assistenzärzte im 1. Jahr nachts Oberärzte zu Hilfe, bekommen Sie einen Anschiss.
In Deutschland gilt, jede Fachrichtung vertritt sich selber, innerhalb einer Fachrichtung jeder gegen jeden. Oder auch anders gesagt, jeder gegen jeden.

Zur beruflichen Belastung kommen Arbeitsverhältnisse wie beim Militär. Darauf war keiner vorbereitet. Die größte Hürde die es zu überwinden gilt: das Menschliche miteinander, nur der Patient darf davon nichts mitbekommen...Aber die Deutschen brauchen ja immer eine Führung. Typisch Deutsch eben. Und dann wundert man sich, dass die Resultate nicht wie gewünscht ausfallen.
Vielleicht klappt es ja mit noch mehr drillt. Vielleicht sind die Daumenschrauben immer noch nicht festgenug angezogen. Wie heißt doch das begehrte Ziel: Arzt werden. Und wer Arzt werden will, aber besser noch BLEIBEN WILL muss da durch
Threshold
am Mittwoch, 22. Januar 2014, 01:38

Gurkentruppe verbretterter Auftragsideologen

Was die KPMG-Gurkentruppe für ein Blockflötenkabinett ist, braucht man in der Regel nicht weiter zu erörtern. Diese Gurkentruppe hält sich selber gerne für Gottes zweite Garnitur - und dementsprechend fallen dann auch Ihre "Bewertungen" aus.
Ausserdem hat man manchmal den Eindruck, das manche KPMG Figuren nicht den Hintern mit ihren eigenen Händen finden.
-
Ausserdem wäre es nicht das erste mal, das KPMG mit Gefälligkeitsgutachten glänzt. KPMG? heil dich selber!
Krankenhausarzt
am Dienstag, 21. Januar 2014, 23:19

letzte Reihe

KPMG ?
Waren das nicht die, die vor über 10 Jahren die Firma "Comroad" vom damaligen "Neuen Markt" geprüft und die Bilanzen als in Ordnung testiert haben ?
Später stellte sich dann heraus, dass der Umsatz der Firma (ein sog. Outperformer mit Millionenverlusten) zu 95% frei erfunden war.
Tolle Burschen diese KPMG. Richtig gute Jungs.
Sind wir selber zu blöd, als dass wir uns von diesen Typen, die früher in der Schule immer in der letzten Reihe saßen, auf der Nase rumtanzen lassen müssen ?

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