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Politik

Streit um Pflegekammer in Schleswig-Holstein

Mittwoch, 22. Januar 2014

Kiel – Streit um den Aufbau einer Pflegekammer gibt es in Schleswig-Holstein. Während Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) die Kammer befürwortet wehrt sich der Bundes­verband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) als Interessenvertreter privater Arbeitgeber dagegen.

„Wir brauchen viele Aktivitäten, um die Herausforderungen in der Pflege zu lösen. Eine Pflegekammer kann dabei ein wichtiger Baustein sein“, argumentierte Alheit gestern in Kiel. Zu den Aufgaben der Kammer gehörten Weiterbildung, Qualitätssicherung und die Interessensvertretung für Pflegeberufe.

Alheit stützt sich bei ihrem Vorhaben auch auf eine repräsentative Umfrage unter 1.170 Pflegekräften durch das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest. „Die Mehrheit (51 Prozent) der examinierten Pflegekräfte in Schleswig-Holstein begrüßt die Errichtung einer Pflegekammer“, heißt es im Abschlussbericht der Untersuchung. 24 Prozent der Befragten bewerteten die Errichtung einer Pflegekammer als „nicht gut“. 23 Prozent antworten „Weiß nicht, kann ich nicht beurteilen“ und eine Minderheit von zwei Prozent mit „ist mir egal“. Über mögliche Ziele und Aufgaben einer Pflegekammer wurden die Pflegerkräfte im Rahmen der Befragung vorab anhand eines Flyers informiert.

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Die bpa moniert dennoch, das Sozialministerium lege das Ergebnis fälschlicherweise zugunsten einer Pflegekammer aus. „Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, warum Frau Alheit immer noch an ihrem Vorhaben festhält – trotz eines eindeutigen Votums der Pflegenden gegen die Kammer“, sagte Bernd Meurer, Präsident des bpa, in Kiel.

Carsten Leffmann, ärztlicher Geschäftsführer der Ärztekammer Schleswig-Holstein, vertrat auf der Pflegekammerkonferenz in Kiel die ärztliche Sicht: „Fakt ist: Die Pflege ist die größte Berufsgruppe unter den Gesundheitsberufen. Fakt ist auch, sie ist schlecht organisiert. Wir wünschen uns eine kompetente Vertretung der Berufsgruppe“, sagte er. © hil/aerzteblatt.de

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