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Medizin

Feinstaub erhöht Herzinfarkt-Risiko bereits unterhalb der Grenzwerte

Mittwoch, 22. Januar 2014

dpa

Rom – Eine erhöhte Feinstaubbelastung der Luft erhöht langfristig das Risiko auf ein akutes koronares Ereignis. Das Risiko war in einer prospektiven europäischen Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2014;348:f7412) bereits unterhalb der geltenden Grenzwerte erhöht.

Eine ganze Reihe von Studien hat in den letzten Jahren erhöhte Konzentrationen von Feinstaub in der Luft mit einer Atherosklerose in Verbindung gebracht, die sich in den Koronararterien als Angina pectoris oder als Herzinfarkt manifestieren kann. Die ersten Untersuchungen kamen aus den USA, wo heute die strengeren Grenzwerte gelten.

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Dort liegt das Limit für den Feinstaub (PM2,5) bei 12 µg/m3 Luft. In Europa gelten erst PM2,5-Werte über 25 µg/m3 als bedenklich. Niedrigere Grenzwerte werden immer wieder mit dem Hinweis abgelehnt, dass die US-Erfahrungen nicht auf Europa übertragbar seien. Ein Team um Giulia Cesaroni vom Lazio Regional Health Service in Rom hat deshalb die Erfahrungen aus elf europäischen Kohorten zusammengefasst. Darunter waren die Heinz Nixdorf Recall Studie vom Universitätsklinikum Essen und die Koopera­tive Gesundheitsforschung in der Region Augsburg (KORA), die vom Helmholtz Zentrum München durchgeführt wird.

Die Gesamtgruppe der European Study of Cohorts for Air Pollution Effects (ESCAPE) umfasst insgesamt 100.166 Personen, von denen im Jahrzehnt zwischen 1997 und 2007 insgesamt 5.157 Personen einen Herzinfarkt oder eine instabile Angina pectoris erlitten. Das Erkrankungsrisiko nahm mit der Feinstaubkonzentration in der Luft zu.

Nach den Berechnungen von Cesaroni geht jeder Anstieg der PM2,5-Konzentration um 5 µg/m3 mit einer tendenziellen Zunahme der koronaren Ereignisse um 13 Prozent einher (Hazard Ratio HR 1,13; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,98-1,30). Für einen Anstieg der PM10-Werte um 10 µg/m3 wurde eine signifikante Zunahme der koronaren Ereignisse um 12 Prozent ermittelt (HR 1,12; 1,01-1,25). Ein Risiko durch erhöhte Feinstaub­belastung war bereits nachweisbar, wenn die Partikelkonzentrationen unterhalb der EU-weiten Grenzwerte lagen.

Die Ergebnisse unterstreichen nach Ansicht der Autoren die Forderung, dass die Grenzwerte in Europa gesenkt werden sollten. Eine weitere Analyse der ESCAPE-Kohorten im Lancet hatte kürzlich einen Anstieg der natürlichen Todesfälle ergeben. © rme/aerzteblatt.de

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