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Politik

Streit um Göttinger Transplan­tationsmedizin

Donnerstag, 23. Januar 2014

Göttingen – Der niedersächsische Verband der Ersatzkassen fordert, die Göttinger Trans­plantationsmedizin als Konsequenz aus den Unregelmäßigkeiten um die Organ­vergabe zu schließen. „Die Medizinische Hochschule Hannover kann die Aufgaben ohne Probleme übernehmen“, sagte der Leiter des Verbandes, Jörg Niemann, der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

Die Abteilung der Uniklinik Göttingen war wegen Manipulationen bei der Organvergabe 2011 in die Schlagzeilen geraten. Der verantwortliche Leberchirurg steht unter anderem wegen versuchten Totschlags in elf Fällen vor dem Landgericht Göttingen. Es sei längst überfällig, Göttingen das Transplantieren zu verbieten, sagte Peter Fricke, Vorsitzender des Bundesverbandes der Organtransplantierten, der Nachrichtenagentur dpa.

Die Uniklinik Göttingen wies die Forderung nach einer Schließung entschieden zurück. Der Vorstand der Universitätsmedizin habe sofort nach Bekanntwerden der Unregel­mäßigkeiten und Manipulationen im Leber­trans­plan­tations­pro­gramm Ende des Jahres 2011 personelle und strukturelle Konsequenzen gezogen.

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„Drei unabhängige, externe Gutachter haben die neuen Strukturen, Abläufe und Stan­dards von Juni 2012 bis April 2013 umfassend und sorgfältig überprüft und festgestellt, dass das neu aufgelegte Leber­trans­plan­tations­pro­gramm alle Rahmenvorgaben und Richtlinien der Bundes­ärzte­kammer erfüllt“, hieß es aus Göttingen. Der Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen sei erstaunt darüber, dass die Kassen „am Ende einer konsequenten Aufarbeitung der Vorkommnisse und über eineinhalb Jahre nach Start des personell neu besetzten und neu strukturierten Leber­trans­plan­tations­pro­gramms“ dessen Schließung fordere.

„Die Universitätsmedizin Göttingen nimmt ihren Versorgungsauftrag für die Region Südniedersachsen und für die in den angrenzenden Bundesländern Nordhessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen lebenden Patienten mit schweren Leberer­krankungen ernst“, betonte der Vorstand. Diese regionale Versorgungsfunktion könne ein anderes Transplantationszentrum nicht übernehmen.

Der Sprecher von Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) sagte: „Wir halten eine Kooperation in der Transplantationsmedizin zwischen der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universitätsmedizin Göttingen für sinnvoll. Wir erwarten einen gemeinsamen Vorschlag, den wir dann mit den Hochschulen beraten.

© hil/aerzteblatt.de

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