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Medizin

Gene treiben Wachstum von Rhabdomyosarkom voran

Freitag, 24. Januar 2014

Bethesda – Die Genomanalyse des Rhabdomyosarkoms, dem häufigsten Weichteil­sarkom im Kindesalter, weist auf zwei unterschiedliche Genotypen hin. Ein internationales Forscherteam in Cancer Discovery (2014; doi: 10.1158/2159-8290.CD-13-0639) sieht Chancen für neue zielgerichtete Therapien.

Die meisten Rhabdomyosarkome treten im Kindesalter auf. Mit einer Inzidenz von 7 Erkrankungen pro Jahr auf eine Million Einwohner ist der Tumor insgesamt selten. Die Muskelmalignome sind schwer zu diagnostizieren, und im Fall einer Metastasierung sinkt die 5-Jahresüberlebensrate von 80 auf 30 Prozent. Die Ergebnisse von Chemo- und Radiotherapie sind unbefriedigend. Das Team um Javed Khan vom National Cancer Institute in Bethesda/Maryland erhoffte sich von der Analyse des Erbguts des Tumors neue Einsichten in die weitgehend unbekannte Pathogenese und im besten Fall neue Therapieansätze.

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Die Forscher konnten insgesamt 147 Patienten untersuchen. Beim Vergleich der Gene im Tumor und im gesunden Gewebe entdeckten sie, dass sich die Tumoren in zwei Genotypen unterteilen lassen. Der erste Genotyp ist gekennzeichnet durch Fusionsgene. Sie verbinden die Gene PAX3 oder PAX7 mit anderen Genen, die möglicherweise die Bildung von PAX3 und PAX7 fördern. PAX3 und PAX7 sind an der Entwicklung von Muskelzellen beteiligt, was eine krebsfördernde Wirkung plausibel erscheinen lässt. Die Fusionsgene können deshalb ein Ansatzpunkt für neue Krebsmedikamente werden, die die Fusionsgene stoppen.

Bei dem zweiten Genotyp fanden die Forscher keine Fusionsgene, dafür aber eine Reihe Mutationen, die jetzt auf ihre Eignung für therapeutische Interventionen untersucht werden müssen. Besonders häufig waren Mutationen im RAS/PIK3CA-Signalweg, dem ein Einfluss auf die Krebsentstehung zugeschrieben wird. Ob sich aus den Entdeckungen neue Ansätze für eine Therapie des Rhabdomyosarkoms im Kindesalter ergeben werden, lässt sich nicht vorhersagen. © rme/aerzteblatt.de

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