NewsAuslandPeru: Kein Verfahren wegen Zwangssterilisation zu Fujimori-Zeit
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Peru: Kein Verfahren wegen Zwangssterilisation zu Fujimori-Zeit

Montag, 27. Januar 2014

Lima – Ein peruanisches Gericht hat ein Verfahren wegen Zwangssterilisationen in der Amtszeit von Ex-Präsident Alberto Fujimori eingestellt. Richter Marco Guzmán Baca sah keine objektiven Hinweise, dass Fujimori oder seine Ge­sund­heits­mi­nis­ter in den 1990er Jahren Frauen zur Sterilisation gezwungen hätten. Es gebe keine ausreichenden Beweise für Menschenrechtsverstöße, hieß es am Freitagabend in einer Gerichts­mitteilung. Menschenrechtler protestierten gegen die Entscheidung.

2.074 Frauen hatten geklagt und den Vorwurf erhoben, dass sie ohne Einwilligung oder nach Täuschungen sterilisiert worden seien. Die Maßnahmen waren Teil eines Regierungs­programms zur Familienplanung. Die Frauenrechtsorganisation „Demus“ sprach von „Tausenden zwangssterilisierten Frauen während des Fujimori-Regimes“ und mindestens 18 Todesopfern. Die Entscheidung verletze erneut das Recht auf Wahrheit und Wiedergutmachung für die Opfer.

In einem Fall ordnete der Richter aber Anklage gegen Ärzte an, die für den Tod einer Frau verantwortlich sein sollen. Sie war 1998 kurz nach dem Sterilisations-Eingriff gestorben. Fujimori war von 1990 bis 2000 Präsident in Peru und sitzt eine 25-jährige Haftstrafe wegen Menschenrechtsverletzungen ab. © dpa/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER