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Medizin

Akustikusneurinom: ASS könnte Wachstum bremsen

Montag, 27. Januar 2014

Boston – Akustikusneurinome zeigen bei Patienten, die aus anderen Gründen mit Acetylsalicylsäure (ASS) behandelt werden, häufig ein verlangsamtes Wachstum. Die Beobachtung in Otology & Neurotology (2014; 35: 353-7) muss jetzt durch eine klinische Studie geprüft werden.

Akustikusneurinome oder vestibuläre Schwannome, wie sie pathologisch korrekt bezeichnet werden, sind im Prinzip gutartige Tumore. Durch ihre Lage im Kleinhirn­brückenwinkel kommt es jedoch zu empfindlichen Ausfällen des Nervus vestibu­locochlearis (Hörverlust, Gleichgewichtsstörungen) und später auch des benachbarten Nervus facialis (Gesichtslähmung). Unbehandelt sind schwere Hirnschädigungen bis zum Tod möglich. Die Therapie erfolgt durch eine Resektion oder eine gezielte Strahlen­therapie.

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Wegen der damit verbundenen Behandlungsrisiken wird der Tumor im Frühstadium zunächst beobachtet, zumal es nicht selten vorkommt, dass der Tumor sein Wachstum verlangsamt oder einstellt. Dies war in einer Kohorte von 347 Patienten, deren Daten Konstantina Stankovic vom Massachusetts Eye and Ear Infirmary in Boston ausgewertet hat, dann häufiger der Fall, wenn den Patienten aus anderen Gründen ASS verordnet worden war.

Bei einer Odds Ratio von 0,50 war die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Vergrößerung des Tumors bei den ASS-Anwendern sogar halbiert. Die Assoziation war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,29 bis 0,85 statistisch signifikant. Da die Ergebnisse retrospektiver Studien nur eine geringe Beweiskraft haben, regt Stankovic die Prüfung durch eine prospektive Interventionsstudie an.

Da es derzeit keine von der US-Arzneibehörde FDA zugelassene medikamentöse Therapie gibt, würde eine ASS-Behandlung, so sie denn tatsächlich wirksam wäre, vielen Patienten die Chance eröffnen, Operation oder Radiotherapie hinauszuschieben und möglicherweise ganz zu vermeiden. Laut Stankovic gibt es Hinweise, dass eine patholo­gische Immunreaktion an der Pathogenese der Erkrankung beteiligt ist. Damit ließe sich eine Wirkung von ASS biologisch plausibel erklären. © rme/aerzteblatt.de

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