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Medizin

Hormontherapie könnte Lockerungsrate von Hüft- und Knie-TEP vermindern

Dienstag, 28. Januar 2014

Oxford – Das Risiko für eine Lockerung neu eingesetzter künstlicher Hüft- und Kniege­lenke ist für Frauen, die eine Hormonersatztherapie mit Östrogenen erhalten, möglicher­weise um bis zu der Hälfte verringert. Forscher um Daniel Prieto-Alhambra an der Univer­sity of Oxford berichten darüber in Annals of the Rheumatic Diseases (http://.dx.doi.org/10.1136/annrheumdis-2013-204043 ).

Die Zehn-Jahres Haltbarkeit der meisten Implantate ist mit rund 95 Prozent gut. Die Implantatlockerung ist innerhalb der ersten drei Jahre der häufigste Grund für einen erneuten Eingriff. Ursachen der Lockerung sind für gewöhnlich osteolytische Prozesse. Zwar kommt es laut der Forscher innerhalb der ersten drei Jahre nur in zwei Prozent der Fälle zu einer Lockerung der Implantate, doch bei jährlich rund 240.000 neu einge­setzten künstlichen Hüftgelenken und 175.000 Kniegelenken sind in Deutschland davon mehrere tausend Frauen betroffen.

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Die Wissenschaftler schlossen 2.700 neu operierte Patientinnen, die eine Hormonersatz­therapie mit Östrogenen erhielten, und 8.100 Frauen, die keine Hormontherapie erhielten, in ihre retrospektive Studie ein. Die Mindestdauer der Therapie betrug sechs Monate und die Patientinnen wurden über drei Jahre nachverfolgt. Frauen, die wenigs­tens über sechs Monate Hormone einnahmen, hatten nach drei Jahren ein um 38 Prozent reduziertes Risiko für eine erneute Operation.

Für Frauen, die über zwölf Monate Hormone substituierten, sank das Risiko sogar um 52 Prozent. Hormonersatztherapien, welche vor der Operation erfolgten, hatten keinen Effekt auf die Reoperationsrate.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die Östrogene einen positiven Einfluss auf den Knochenumsatz haben und so die osteolytischen Pozesse vermindern. Mögliche Vor- und Nachteile einer Hormontherapie müssten jedoch noch in weiteren Studien geprüft werden, so die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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