Ausland

Europa startet neue Forschungsförderung

Dienstag, 28. Januar 2014

Berlin – Horizont 2020, das neue Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, ist gestartet. Als Nachfolger des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms bündelt es ab diesem Jahr die Forschungsförderprogramme auf europäischer Ebene und ist stärker als bisher auf die Kooperation zwischen Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und damit die Anwendung der Forschungsergebnisse ausgerichtet. Horizont 2020 wurde Ende vergan­genen Jahres durch den Rat der Europäischen Union und das Europäische Parlament verabschiedet.

„Das Programm steht weit oben auf der europäischen Prioritätenliste“, sagte Bundes­forschungsministerin Johanna Wanka bei der heutigen Auftaktveranstaltung zu Horizont 2020 in Berlin. Für den Zeitraum von 2014 bis 2020 stelle die EU rund 77 Milliarden Euro als Fördermittel zur Verfügung. Das entspreche acht Prozent des europäischen Gesamt­haushaltes – etwa doppelt so viel wie in den Vorjahren, erklärte Wanka.

Anzeige

27 Prozent höheres Fördervolumen
Horizont 2020 hat somit ein gegenüber dem Vorgängerprogramm um rund 27 Prozent gesteigertes Fördervolumen. Daraus ergebe sich eine realistische Chance für Hoch­schulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Deutschland, jährlich bis zu 1,5 Milliarden Euro aus Brüssel einzuwerben, meinte die Bundesforschungsministerin.

Die Förderaktivitäten sollen die gesamte Innovationskette betreffen - von der Grund­lagen­forschung bis hin zur Vorbereitung marktfähiger Produkte und Dienstleistungen. Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen (insbesondere auch kleine und mittlere Betriebe) sollen von der Förderung profitieren, allerdings nach dem Exzellenz- und nicht dem Gießkannenprinzip, wie Wanka betonte.

Ländern, die bisher in den Forschungsrahmenprogrammen unterrepräsentiert waren, sollen aber auch unabhängig von Exzellenz gefördert werden können. Sie sollen deshalb durch die Verknüpfung von Horizont 2020 mit Strukturfonds verbesserte Fördermög­lichkeiten erhalten.

Lücke zwischen Forschung und Innovation schließen
Horizont 2020 umfasst konkret Verbundprojekte, Einzelförderung exzellenter Forscherinnen und Forscher, Mobilitäts- und Ausbildungsaktivitäten, Unterstützungs- und Begleitmaßnahmen, öffentlich-öffentliche beziehungsweise öffentlich-private Partner­schaften, Risikokapitalfinanzierungen, innovatives Beschaffungswesen sowie Preise. Im Gegensatz zum Vorläuferprogramm soll das Antrags- und Verwaltungsverfahren wesent­lich vereinfacht werden.

„Horizont 2020 wird die bislang bestehende Lücke zwischen Forschung und Innovation schließen. Es wird einen wichtigen Beitrag zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und damit Arbeitsplätzen und Wohlstand in Europa leisten und die weltweite Attraktivität Europas für Wissenschaft und Wirtschaft steigern“, erklärte die Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft der Europäischen Kommission, Máire Geoghegan-Quinn, in Berlin.

Zum Start des neuen Rahmenprogramms geht nun auch das deutsche Portal zu Horizont 2020 online. Auf www.horizont2020.de sind ab sofort alle Informationen zum Rahmenprogramm sowie die Kontakte zu den Beratungsstellen zu finden. © ER/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

27.02.17
Seltene Erkrankungen: Mehr vernetzte Forschung notwendig
Berlin/Brüssel – Um seltene Erkrankungen besser diagnostizieren und behandeln zu können, sind eine intensivere Forschung und eine vernetzte Versorgung notwendig. Darauf haben heute Akteure des......
20.02.17
Heidelberg – Am 1. Februar hat an der Universität Heidelberg das Heidelberg Center for Motion Research mit seiner Forschungsarbeit begonnen. Die Carl-Zeiss-Stiftung unterstützt die Einrichtung mit......
15.02.17
Würzburg – Mit der Aktion „Dein Immunsystem wird Deine Waffe gegen Krebs“ hat der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ innerhalb von rund neun Monaten über eine Million Euro gesammelt. Er möchte damit......
09.02.17
Kiel – Mit einem Millionenprogramm für Top-Wissenschaftler will Schleswig-Holstein seine Führungsposition in der Entzündungsforschung dauerhaft festigen. Spezielle Professuren sollen Spitzenforscher......
19.01.17
Jena – Die US-Firma MicrobeDx will gemeinsam mit Partnern in Jena ein Testverfahren zur schnellen Diagnose von Harnwegsinfektionen auf den Markt bringen. Das kalifornische Unternehmen habe dafür in......
11.01.17
Forschung und Entwicklung: Deutschland hat hohe Innovationskraft
Berlin – Deutschland gehört zu den fünf Ländern, die gemessen am Anteil des Bruttoinlandproduktes weltweit am meisten in Forschung und Entwicklung investieren. Das berichtet der „Science Technology......
11.01.17
München – Auf Initiative des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin und des Lehrstuhls für Technikgeschichte an der Technischen Universität München (TUM) nimmt die Forschergruppe......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige