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EVA, VERAH, NäPA: Gegenseitige Anerkennung ist auf den Weg gebracht

Dienstag, 28. Januar 2014

Blutdruckmessung zu Hause /dpa

Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und das Institut für hausärztliche Fortbildung (IhF) haben Unstimmigkeiten über die gegenseitige Anerkennung von Fortbildungs­qualifikationen Medizinischer Fachangestellter (MFA) ausgeräumt und pragmatische Lösungen gefunden. Darauf hat der Deutsche Hausärzteverband (HÄV) vor kurzem hingewiesen. Grundsätzlich wurde vereinbart, dass es beim Umgang mit den verschie­denen Qualifikationen nicht so sehr auf Gleichartigkeit in allen Punkten ankomme, sondern die Gleichwertigkeit bei der Umsetzung von Versorgungszielen im Vordergrund stehen solle.

Der HÄV und sein Fortbildungsinstitut hatten 2008 ein Curriculum für Medizinische Fachangestellte entwickelt, in dessen Mittelpunkt die Versorgungserfordernisse in der hausärztlichen Praxis stehen. Wer sich erfolgreich fortgebildet hat, darf die Bezeichnung „Versorgungsassistentin in der Praxis“ führen, abgekürzt VERAH. Mittlerweile gibt es nach Angaben des Hausärzteverbands bundesweit mehr als 4.000 VERAH.

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„Sie unterstützen Patienten und deren Angehörige bei der Anwendung präventiver und rehabilitativer Maßnahmen, bei der Erstellung von Hilfsplänen und bei Schulungs­maßnahmen“, schreibt der HÄV. „Auch für Hausbesuche, bei der Koordinierung zwischen Pflegern und Krankenhaus sowie zunehmend in der sozialen Beratung und in der Sterbebegleitung können sie eingesetzt werden.“

Die Bundes­ärzte­kammer wiederum hat mehrere Musterfortbildungscurricula für MFA erarbeitet, die die Basis für entsprechende Angebote von Ärztekammern sind. Eines dieser Curricula umfasst die Fortbildung zur Nichtärztlichen Praxisassistentin (NäPA. Diese Zusatzqualifikation für Medizinische Fachangestellte und Pflegekräfte ist Voraus­setzung, damit sie in unterversorgten Gebieten nach Delegation durch den Hausarzt abrechnungsfähige Hausbesuche machen können.

Die Vereinbarung zwischen BÄK und HÄV sieht vor, die Qualifikation der NäPa auf die zur VERAH anzurechnen. Eignet sich die Nichtärztliche Praxisassistentin das Wissen des VERAH-Moduls Praxismanagement an und kann sie die geforderten praktischen Tätigkeiten nachweisen, darf sie eine Ergänzungsprüfung ablegen und erhält das VERAH-Zertifikat.

Umgekehrt kann die Qualifikation zur VERAH auch auf die zur NäPA angerechnet werden. Eine Berufserfahrung von fünf bis zehn Jahren vorausgesetzt, muss eine Versorgungsassistentin weitere Theoriestunden und Hausbesuche nachweisen sowie eine Prüfung bestehen. Bei einer geringeren Berufserfahrung muss sie weitere Fortbildungsmodule erfolgreich absolvieren.

Die gegenseitige Anerkennung und Anrechnung von Fortbildungszeiten ist auch wichtig, um Praxen mit entsprechend qualifizierten Fachangestellten dauerhaft besser hono­rieren zu können. Hausärzte, die eine VERAH beschäftigen, erhalten bereits Honorar­zuschläge im Rahmen der Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung. In Baden-Württemberg beteiligt sich die AOK zudem an den Kosten der Autos, die die Versorgungs­­assistentinnen für ihre Hausbesuche benötigen. Eine Qualifikation zur Nichtärztlichen Praxisassistentin wiederum ist, vereinfacht dargestellt, bislang Voraussetzung für eine Abrechnung von arztentlastenden Leistungen über den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM).

Regina Feldmann, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, hat vor kurzem im Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt darauf verwiesen, dass es für Praxisassis­tentinnen bei der zweiten Stufe der aktuellen EBM-Reform Veränderungen geben muss: „Es wird in Zukunft in der Versorgung auf Teamstrukturen und die Delegation hausärztlicher Tätigkeiten ankommen“, sagte sie. „Wenn ein Hausarzt aber besonders qualifizierte Praxismitarbeiter mit Aufgaben in der Versorgung der Patienten betraut, dann muss er auch ein Auto und dessen Versicherung finanzieren. Das kann er nicht aus seinem heutigen Honorar.“ © Rie/aerzteblatt.de

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