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Politik

Opfer des Nationalsozialismus: Ausstellung und Gedenken im Bundestag

Mittwoch, 29. Januar 2014

Berlin – Am 27. Januar eröffnete Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt (SPD), vielen Ärzten noch als Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin im Gedächtnis, in Berlin die von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) initiierte Ausstellung zu Zwangssterilisationen und Krankenmorden („Euthanasie“) in der NS-Zeit („Vom Wert des Menschen“, Deutsches Ärzteblatt).

Schätzungsweise 400 Gäste nahmen an der Eröffnung im Deutschen Bundestag teil – Vertreter der Politik, der Opferverbände und der Ärzteschaft, darunter neben dem Präsidenten der DGPPN, Wolfgang Maier, Bonn, und dessen Vorgänger, Frank Schnei­der, Aachen, der das Ausstellungsprojekt vorangetrieben hatte, die Präsidenten weiterer medizinischer Fachgesellschaften, deren Fachvertreter sich in der Nazizeit an den Kranken­morden beteiligt hatten.

Bundespräsident Joachim Gauck hatte nicht nur die formale Schirmherrschaft über die Ausstellung übernommen, er besuchte sie auch persönlich und unterstrich somit die Aussage von Ulla Schmidt, das kollektive Erinnern an die NS-Opfer sei eine nationale Aufgabe.

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Gedenkorte: Vom Wert des Menschen

Zwei Projekte, mit denen an die nationalsozialistischen Euthanasie-Programme erinnert wird, nehmen jetzt Gestalt an. Am 27. Januar 2014 wird im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages eine Ausstellung eröffnet, die an die Zwangssterilisationen und Patientenmorde („Euthanasie“) in der Zeit des Nationalsozialismus erinnert.

Schmidt wie auch zwei Familienangehörige von „Euthanasie“-Opfern bedauerten, dass über das Thema allzu lange geschwiegen wurde, ja dass auch heute das Erinnern noch nicht selbstverständlich sei. Auch die Ärzteschaft habe lange über Verfehlungen hinweg­gesehen, doch sei die NS-Verstrickung Teil der Geschichte der Medizin, bekundete Schnei­der und versicherte: „Wir wollen uns unserer Verantwortung stellen“. 

Die Eröffnung der Ausstellung war bewusst auf den 27. Januar terminiert worden, den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Der Bundestag erinnerte in einer Feierstunde  in diesem Jahr an die nahezu 900-tägige Belagerung Leningrads im Zweiten Weltkrieg, die mehr als eine Million zivile Todesopfer zur Folge hatte. Ein Zeit­zeuge, Daniil Granin, 95 Jahre alt, beschwor in einer Gedenkrede die Schrecken der Belagerung herauf. Der (nahezu vollständig versammelte) Bundestag schwieg betroffen.

© NJ/aerzteblatt.de

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