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Medizin

Studie sieht zu häufigen ASS-Einsatz bei Vorhofflimmern

Mittwoch, 29. Januar 2014

Bruxelles – Der Einsatz von Acetylsalicylsäure ASS) in der Schlagan­fallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern häufig unnötig. Dies meinen Forscher um Gregory Lip und Koautoren der European Society of Cardiology. Sie veröffentlichten entsprechende Ergebnisse in The American Journal of Medicine (http://dx.doi.org/10.1016/j.amjmed.2013.12.022 ). 

Vorhofflimmern ist insbesondere in der älteren Bevölkerung ein häufiges Krankheitsbild. Von den über 40-Jährigen sei jeder Vierte in seinem Leben wenigstens einmal von Vorhofflimmern betroffen, so die Forscher. Da durch das Vorhofflimmern auch die Gefahr von Thrombembolien steigt, erfolgt in der Regel eine Antikoagulation.

Bei Patienten ohne weitere Risikofaktoren sollten Ärzte laut der neueren Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) aber gegebenenfalls darauf verzichten. Bei einem und mehr Risikofaktoren empfehlen die Leitlinien eine Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten oder neuen Gerinnungshemmern. Der Stellenwert von Plättchen­hemmern wie ASS und Clopidogrel tritt in den neueren Leitlinien laut den Wissen­schaftlern stark in den Hintergrund. Das Schlaganfallrisiko werde nur gering beeinflusst, während das Blutungsrisiko deutlich steige, argumentiert die ESC.

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Die Wissenschaftler legten die Daten von rund 3.100 Patienten des Euro Observational Research Programme on Atrial Fibrillation General Pilot Registry für ihre Auswertung zu Grunde. Die Daten stammten aus insgesamt neun europäischen Ländern. Bei den meisten behandelten Patienten erfolgte eine Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten (72 Prozent) und seltener mit den neuen Antikoagulanzien (acht Prozent).

Eine antithrombotische Therapie mit Plättchenhemmern wurde dem überwiegenden Anteil der Patienten regelmäßig verschrieben. Insbesondere in der Patientengruppe mit mehr als zwei Risikofaktoren war der Einsatz von Plättchenhemmern signifikant hoch (p<0.0001). Der häufigste Grund hierfür waren vorangegangene Herzinfarkte oder eine koronare Herzerkrankung. In älteren Patientengruppen wurde ASS häufig der Vorzug vor einer Antikoagulation gegeben.

Laut der Arbeitsgruppe zeigten die Ergebnisse einen positiven Trend. In den letzten zehn Jahren sei der Einsatz von Antikoagulanzien beim Vorhofflimmern gestiegen. Leitautor Lip meint: „Aspirin wird immer noch zu häufig zur Schlaganfallprävention bei Vorhof­flimmern eingesetzt. Laut der ESC-Leitlinien sollte kein zusätzliches Aspirin bei antikoagulierten Patienten mit Vorhofflimmern und stabiler KHK gegeben werden.“ Die Autoren der Studie halten besonders in der älteren Patientengruppe Acetylsalicylsäure für über- und die klassischen Antikoagulanzien für unterbewertet.

© hil/aerzteblatt.de

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