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Medizin

Mehr als jeder dritte Diabetiker leidet unter Neuropathie

Mittwoch, 29. Januar 2014

Berlin – Auf die Bedeutung von Nervenschäden im Verlauf einer Zuckererkrankung hat die Deutsche Diabetes Hilfe hingewiesen. Die „diabetische Neuropathie“ sei neben Veränderungen an den Blutgefäßen, der Netzhaut des Auges und der Nieren eine der häufigsten schweren Folgeerkrankungen bei Diabetes mellitus. Von den derzeit etwa sechs Millionen Menschen mit Diabetes in Deutschland leidet laut dem Verband mehr als jeder Dritte auch an einer Nervenerkrankung.

Diabetesbedingte Nervenschäden entwickeln sich meist lange unbemerkt. „Ursache ist ein über Jahre schlecht eingestellter Diabetes mit zu hohen Blutzuckerwerten“, erläutert Dan Ziegler, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Nervensystem der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Wenn die ersten Beschwerden spürbar werden, könnten bereits schwerere Nervenschäden vorliegen.

Bei der „peripheren Neuropathie“ seien meistens die Nerven der Füße und Beine, manchmal jedoch auch die Nerven in Händen und Armen betroffen. Symptome könnten Schmerzen in den betroffenen Gliedmaßen wie Zehen, Füßen oder Fingern sein. Manche Betroffene spürten ein Brennen, Reißen oder Stechen, andere hingegen bohrende und dumpfe Schmerzen.

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Die „autonome Neuropathie“ könne nahezu jedes Organsystem betreffen. Ausgeprägte Beschwerden seien allerdings relativ selten und in der Regel erst nach langer Zeit zu beobachten. Sie rufen Symptome hervor, die auch bei anderen Erkrankungen auftreten können und die der Arzt ausschließen muss. Sind etwa Speiseröhre und Magen betroffen, zählen Schluckstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl und Unterzuckerung nach Mahlzeiten zum Beschwerdebild.

Um der diabetischen Neuropathie vorzubeugen, sollten Menschen mit Diabetes nach Angaben von Deutscher Diabetes Hilfe und Deutscher Diabetes Gesellschaft auf gute Blutzuckerwerte achten, nicht übermäßig Alkohol trinken, Übergewicht abbauen, nicht rauchen und mindestens einmal jährlich zur Kontrolluntersuchung gehen. Wichtig für Patienten mit einer bereits bestehenden Nervenerkrankung sei eine gute Fußpflege. Bei dauerhaften Schmerzen oder unangenehmen Missempfindungen sei eine rasche Schmerztherapie erforderlich. © hil/aerzteblatt.de

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