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Multidiziplinäres Team an der MHH betreut Medien- und Internetabhängige

Mittwoch, 29. Januar 2014

dpa

Hannover – Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat ihr Behandlungsangebot für Medien-, Computer- und Internetabhängige erweitert. Ein sechsköpfiges Team aus Ärzten, Psychologen, Pflegekräften und Sozialarbeitern betreut die Patienten und bietet ihnen eine ausführliche Beratung, Diagnostik und bei Bedarf die Therapie in der Abhängigenambulanz der MHH an. Auch die Teilnahme an Studien ist möglich. „Bei unserer Forschung berücksichtigen wir sowohl soziale als auch biologische Faktoren der Medienabhängigkeit“, erklärt Thomas Hillemacher, stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie und Leiter des Bereichs für Suchtmedizin.

Medien, Computer und Internet spielen im beruflichen und privaten Bereich vieler Menschen eine immer größere Rolle. Während für die meisten Menschen der Umgang mit modernen Medien unproblematisch ist, kann er für andere negative Auswirkungen haben – beispielsweise der Verlust anderer Interessen, sozialer Rückzug oder Depressionen. Das kann bis zur Abhängigkeit führen.

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„Wenn das Spielen den Alltag des Betroffenen wesentlich beeinflusst und negative Folgen für ihn hat, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass eine Abhängigkeit vorliegt“, erläutert Hillemacher. Weitere Anzeichen könnten Unruhe und Reizbarkeit bei Entzug sein, sowie erfolglose Versuche, die Teilnahme an Spielen zu kontrollieren.

„Nicht jede exzessive Nutzung bedeutet, dass eine Abhängigkeit vorliegt“, betont der Suchtexperte. Bei vielen Betroffenen handelt es sich nur um eine Phase, aus der sie ohne professionelle Hilfe wieder herauskämen. Manchmal stecke aber auch eine andere psychische Erkrankung dahinter, beispielsweise eine Depression. „In Beratungs­gesprächen können wir klären, ob bei dem jeweiligen Medienverhalten von Sucht gesprochen werden kann oder nicht“, erklärt Hillemacher.

Das Behandlungsangebot der Abhängigenambulanz richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren. Die Betroffenen brauchen lediglich eine Überweisung vom Hausarzt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. © hil/aerzteblatt.de

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