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Medizin

Sterblichkeit wegen Herzerkrankungen geht weiter zurück

Mittwoch, 29. Januar 2014

Düsseldorf/Berlin – Die Mortalität infolge von Herzerkrankungen geht in Deutschland zurück. Allein zwischen 2010 und 2011 verringerte sich die sogenannte Sterbeziffer – also die Anzahl der Verstorbenen je 100.000 Einwohner – von 267,7 auf 257,4. Aller­dings sind die Zahlen regional unterschiedlich. Das ist ein Fazit des neuen sogenannten Herzberichtes, den die Deutsche Herzstiftung heute vorgestellt hat. „Ursache ist die immer bessere kardiologische Versorgung, die inzwischen ein ausgezeichnetes Niveau erreicht hat. Auch alte Menschen profitieren immer mehr von den Entwicklungen der modernen Herz­medizin“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DKG), Christian Hamm aus Gießen.

Der Herzbericht wird von der Deutschen Herzstiftung in Zusammenarbeit mit drei ärztlichen Fachgesellschaften erstellt und herausgegeben – der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie.

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Herzkrankheiten machten laut dem Bericht im Jahr 2011 in Deutschland 8,2 Prozent der im Rahmen der Krankenhausdiagnose-Statistik erfassten Krankenhausaufnahmen aus. Von diesen Diagnosen entfielen 57,5 Prozent auf Männer und 42,5 Prozent auf Frauen.

Beim akuten Myokardinfarkt gab es 266 Krankenhausaufnahmen pro 100.000 Einwohner. Die Zahl bei Männern betrug mit 349,7 das 1,9-fache jener der Frauen. Bei Frauen und bei Männern war die Zahl der Herzinfarktdiagnosen ansteigend.

Wegen Herzklappenkrankheiten wurden 95,5 von 100.000 Einwohnern in ein Krankenhaus aufgenommen. Der Wert bei Männern lag um 16,2 Prozent höher als bei Frauen, insgesamt ist auch hier ein Anstieg zu verzeichnen.

„Die zunehmende Krankheitshäufigkeit bei einer Reihe von kardiologischen Erkran­kungen bedeutet nicht, dass wir immer kränker werden“, betonte Hamm. Zum einen werde die Gesellschaft immer älter, und einige Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems kämen im fortgeschrittenen Alter häufiger vor. „Zum anderen widmen wir kardiologischen Krankheiten immer mehr Aufmerksamkeit, nicht zuletzt wegen der immer besseren Diagnosemethoden, was in der Folge zu häufigeren Diagnosestellung führt“, so der Kardiologe. Unter den ausgewählten Diagnosen sei die koronare Herzkrankheit die prognostisch ungünstigste, gefolgt vom akuten Myokardinfarkt und der Herzinsuffizienz.

Deutliche regionale Unterschiede
Laut dem Herzbericht gibt es bei Morbidität und Mortalität deutliche regionale Unter­schiede. Die niedrigsten Krankheitszahlen (stationäre Morbiditätsziffer) verzeichnet Hamburg, Bremen und Baden-Württemberg, die höchsten Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.

„Die niedrigsten Sterbeziffern haben weiterhin Berlin, Hamburg, Baden Württemberg, die höchsten Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt“, so Hamm weiter. Die höchste Sterbeziffer eines Landes bei den ischämischen Herzkrankheiten könne die niedrigste Sterbeziffer um mehr als das Doppelte übersteigen.

Gleiches gelte beim akuten Myokardinfarkt oder bei den Herzklappenkrankheiten. Noch größer können die Unterschiede bei den Herzrhythmusstörungen oder bei der Herzinsuffizienz ausfallen. „Zu den Ursachen gehören demografische Größen ebenso wie regionale Unterschiede in der Gesundheitsversorgung, geringere Ärztedichte, geringeres Gesundheitsbewusstsein und niedrigerer sozioökonomischer Status in der Bevölkerung in diesen Bundesländern“, so der DKG-Präsident. © hil/aerzteblatt.de

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