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Tausende Spanier demonstrieren gegen verschärftes Abtreibungsrecht

Sonntag, 2. Februar 2014

Tausende demonstrierten am Samstag in Madrid dpa

Madrid – Tausende Demonstranten haben am Samstag in Madrid gegen die geplante Verschärfung des spanischen Abtreibungsrechts protestiert. Mit Parolen wie „Freie Abtreibung!“ und „Es ist mein Recht, es ist mein Leben!“ empfingen sie am Bahnhof einen „Zug der Freiheit“ mit etwa hundert gleichgesinnten Frauenrechtlerinnen aus dem Norden des Landes. In mehreren europäischen Städten solidarisierten sich tausende Aktivisten mit der Protestbewegung in Spanien.

Vom Madrider Bahnhof aus führte eine Demonstration zum spanischen Parlament, an der sich auch Oppositionspolitiker wie der  Leiter des Parteienbündnisses Izquierda Unida (Vereinigte Linke), Cayo Lara, beteiligte. An der Protestkundgebung nahmen auch Mitstreiter aus anderen Ländern teil.

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Über die geplante Verschärfung des Abtreibungsrechts wird im katholisch geprägten Spanien hitzig debattiert. Die konservative Regierung unter Mariano Rajoy hatte kurz vor Weihnachten einen Gesetzentwurf beschlossen, der einen Schwangerschaftsabbruch nur noch nach Vergewaltigungen oder bei Gesundheitsrisiken für die werdende Mutter erlaubt. Eine Fehlbildung des Fötus soll dagegen kein Abtreibungsgrund mehr sein. Mädchen unter 18 Jahren bräuchten künftig in jedem Fall die Zustimmung ihrer Eltern.

Der Entwurf muss zwar noch durch das Parlament. Eine Annahme gilt aber als wahrscheinlich, da Rajoys rechtskonservative Volkspartei dort über eine absolute Mehrheit verfügt. Ein liberaleres Abtreibungsrecht war erst 2010 von der sozialistischen Vorgängerregierung eingeführt worden. Es ermöglicht Abtreibungen bis zur 14.  Schwangerschaftswoche. Die Frist kann bis zur 22. Woche verlängert werden, wenn eine Gesundheitsgefahr für die Frau besteht oder es Hinweise auf schwere Behinderungen des Ungeborenen gibt.

In London versammelten sich etwa hundert überwiegend spanische Demonstranten am Ufer der Themse. Sie hinterließen mit Parolen versehene Kleiderbügel an einer Fußgängerbrücke. In Paris marschierten mehrere tausend Abtreibungsbefürworter zur spanischen Botschaft, einige mit Stricknadeln im Haar. Kleiderbügel mit Metallhaken oder Stricknadeln sind Anspielungen auf selbst oder von sogenannten Engelmacherinnen vorgenommene illegale Schwangerschaftsunterbrechungen. Kleinere Proteste als in Paris gab es in etwa 30 anderen französischen Städten. Die französische Sozialministerin Marisol Touraine warnte vergangene Woche, das spanische Regierungsvorhaben würde „Frauen zurück in die Steinzeit befördern“.

Der Vorsitzende der Spanischen Bischofskonferenz, Antonio María Kardinal Rouco Varela, hatte die Gesetzesliberalisierung von 2010 im vergangenen April scharf kritisiert. Die Reform habe „die Zahl der Abtreibungen auf ein Schrecken erregendes Niveau“ schnellen lassen, sagte er damals.

Nach Angaben des spanischen Gesundheits­ministeriums wurden 2011 insgesamt 118.000 Abtreibungen vorgenommen – rund 5000 mehr als im Vorjahr. Befürworter von Schwangerschaftsabbrüchen bestreiten einen Zusammenhang zwischen der Gesetzesliberalisierung und den Abtreibungszahlen. Abtreibungsgegner kündigten Sonntag eine Demonstration in Madrid an. © afp/aerzteblatt.de

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