NewsMedizinGeranienextrakte wirken im Labor gegen HIV-1
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Geranienextrakte wirken im Labor gegen HIV-1

Montag, 3. Februar 2014

Neuherberg – Extrakte der Geranienpflanze Pelargonium sidoides können das HI-Virus vom Typ 1 inaktivieren und verhindern seine Vermehrung in menschlichen Zellen. Sie könnten damit eine mögliche neue Wirkstoffklasse für die Therapie von HIV-Erkrankten sein. Das berichten Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals Plos One (doi 10.1371/journal.pone.0087487).

Die Wissenschaftler um Markus Helfer und Ruth Brack-Werner vom Institut für Virologie sowie Philippe Schmitt-Kopplin von der Abteilung Analytische Biogeochemie haben die antivirale Wirkung der Extrakte in Zellkulturen analysiert. Sie fanden heraus, dass die pflanzlichen Substanzen das Andocken der Viren an ihre Wirtszellen blockieren und so ihr Eindringen verhindern.

Chemische Analysen der Wissenschaftler ergaben, dass die antivirale Wirkung der Geranienextrakte durch sogenannte Polyphenole vermittelt wird. Aus den Extrakten isolierte Polyphenolmischungen sind hochwirksam gegen HIV-1 und dabei zellscho­nender als das grobe Extrakt.

Anzeige

„Unsere Ergebnisse zur anti-HIV-1-Wirkung von Pelargonium sidoides liefern die ersten Hinweise, dass Geranienextrakte genutzt werden können, um eine neuartige, wissen­schaftlich fundierte Pflanzenmedizin gegen HIV-1 zu entwickeln“, sagte Arbeits­gruppenleiterin Brack-Werner.

Da die Extrakte das Virus auf eine Art und Weise angriffen, die sich von allen bisher klinisch eingesetzten Medikamenten gegen HIV-1 unterscheide, wäre eine solche Phytomedizin nach Einschätzung der Arbeitsgruppe möglicherweise eine wertvolle Ergänzung zu den bereits etablierten Anti-HIV-Therapien. Pflanzliche Medikamente aus Pelargonium sidoides seien bereits verfügbar und als verträglich und sicher für den Menschen zugelassen.

Allerdings müssen nun zunächst klinische Studien die Wirksamkeit dieser Extrakte gegen HIV im menschlichen Organismus belegen.

© hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

23. August 2019
Berlin – Ab dem 1. September müssen die Krankenkassen für bestimmte Risikogruppen die Kosten für eine medikamentöse Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zur Vorbeugung einer HIV-Infektion tragen.
Vergütung für HIV-Präexpositionsprophylaxe festgelegt
22. August 2019
Hamburg – Die DAK-Gesundheit hat im ersten Halbjahr für 300 Versicherte die Kosten für eine medikamentöse Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zur Vorbeugung einer HIV-Infektion übernommen. Das teilte die
DAK-Gesundheit trägt PrEP-Kosten für 300 Versicherte
9. August 2019
Berlin – Ab September müssen die Krankenkassen für bestimmte Risikogruppen die Kosten für eine medikamentöse Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zur Vorbeugung einer HIV-Infektion tragen.
Kassen und Ärzte einigen sich auf erste Details zur HIV-Präexpositionsprophylaxe
26. Juli 2019
Johannesburg und Montpellier – Eine Dolutegravir-basierte Therapie, die die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) mit Blick auf den Anstieg von HIV-Resistenzen in Afrika zur bevorzugten Therapie erklärt
HIV: Dolutegravir-basierte Therapie erhöht Körpergewicht deutlich
25. Juli 2019
Seattle und New York – Die tägliche Einnahme einer Tablette könnte nicht die einzige Option für eine medikamentöse HIV-Präexpositionsprophylaxe bleiben. Nach neuen Studienergebnissen, die auf der „IAS
Vaginalring schützt einen Monat vor HIV-Infektion, subkutanes Implantat vielleicht sogar ein ganzes Jahr
25. Juli 2019
Mexiko-Stadt – Fortschritte bei der Entwicklung neuer Therapien und Vorbeugemöglichkeiten geben Grund zur Hoffnung im Kampf gegen HI-Viren. So lautete gestern die Bilanz der Internationalen
Aids-Konferenz präsentiert erste Ergebnisse zu implantierbarer PrEP
23. Juli 2019
Mexiko-Stadt – Der Wirkstoff Dolutegravir, der im vergangenen Jahr in einer Studie aus Botswana mit einer erhöhten Rate von Neuralrohrdefekten in Verbindung gebracht wurde, ist für die
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER