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Politik

Zahl der Hautkrebsdiagnosen deutlich angestiegen

Dienstag, 4. Februar 2014

dpa

Berlin ­ – Die Zahl der Hautkrebsdiagnosen ist zwischen den Jahren 2005 und 2012 deutlich angestiegen. Das geht aus dem Barmer-GEK-Arztreport 2014 hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Demnach wurde im Jahr 2012 bei 318.000 Menschen ein malignes Melanom diagnostiziert, im Vergleich zu 189.000 Versicherten im Jahr 2005 (+ 68 Prozent). Weitere bösartige Neubildungen der Haut wie Basalzell- und Plattenepithel­karzinome wurden 2012 bei 1,3 Millionen Menschen diagnostiziert und damit doppelt so viele wie 2005 (647.000 Patienten).

„Hautkrebs ist ein deutliches unterschätztes Krankheitsrisiko“, befand der stellvertre­tende Vorstandsvorsitzende der Barmer-GEK, Rolf-Ulrich Schlenker. „Offensichtlich sind sich viele Bundesbürger der Gefahr von UV-Strahlung nicht bewusst.“

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Hohe Überlebensrate
Positiv sei hingegen die hohe Überlebensrate, sagte Thomas Grobe vom AQUA-Institut, das den Report für die Barmer-GEK verfasst hat. So liege die relative Überlebensrate bei einem malignen Melanom zwei Jahre nach der Diagnose bei 97,4 Prozent. Einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts zufolge belege das malige Melanom im Hinblick auf die Überlebensrate unter 26 bösartigen Krebserkrankungen den drittgünstigsten Rang, so Grobe.

Dennoch stürben jedes Jahr knapp 3.000 Menschen an einem malignen Melanom, sagte Schlenker und unterstrich die Bedeutung des Hautkrebs-Screenings, das Versicherte ab dem 35. Lebensjahr bei einem Dermatologen oder einem entsprechend fortgebildeten Hausarzt in einem Zweijahres-Intervall auf Kosten der Krankenkassen vornehmen lassen könnten. Leider liege die Teilnahmerate für die Jahre 2011 und 2012 jedoch bundesweit nur bei 31 Prozent.

„Das ist nicht zufriedenstellend“, meinte auch der Geschäftsführer des AQUA-Instituts, Joachim Szecsenyi. „Wir brauchen 70 Prozent. Dann können wir die Zahl der etwa 3.000 Todesfälle vielleicht um die Hälfte reduzieren.“

Versicherte mit höherer Bildung und einem höherem Einkommen ließen ein Screening häufiger von einem Dermatologen durchführen als Empfänger von Arbeitslosengeld, führte Grobe aus. Auf eine Screeningteilnahme beim Hausarzt hätten Bildung und  Einkommen hingegen keinen Einfluss.

Bei einem Screening hätten Dermatologen in 10,2 Prozent der Fälle eine Hautkrebs-Erkrankung diagnostiziert, so Grobe weiter. Bei den Hausärzten sei dies bei 2,6 Prozent der Patienten der Fall gewesen. Dies sei maßgeblich dadurch bedingt, dass Patienten mit Risikofaktoren häufiger zum Dermatologen gingen, so Grobe.

Schlenker kritisierte, die Altersgrenze von 35 Jahren für die Teilnahme am Screening sei „ausgesprochen problematisch“. Denn jährlich würden auch 50.000 Menschen unterhalb dieser Altersgrenzen an Hautkrebs erkranken. Deshalb müsse diese Grenze gestrichen werden.

Zudem warb er für die Teilnahme am Hautkrebsscreening: „Wir wissen, dass man bei Früherkennungsprogrammen immer Nutzen und Schaden abwägen muss. Wir sind aber der Meinung, dass beim Hautkrebsscreening der Nutzen eindeutig überwiegt, denn es gibt keine körperliche Belastung während der Untersuchung und das Risiko einer falschpositiven Diagnose ist gering.“ Deshalb sei es auch richtig, dass Union und SPD Früherkennungsuntersuchungen generell ausweiten wollten. © fos/aerzteblatt.de

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