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Medizin

Morbus Crohn: Früher Einsatz von Biologika bei Kindern vorteilhaft

Dienstag, 4. Februar 2014

Hartford– US-Gastroenterologen setzen bei Kindern mit Morbus Crohn immer häufiger frühzeitig Biologika gegen den Tumornekrosefaktor alpha ein. Eine Kohortenstudie in Gastroenterology (2014; 146: 383-391) zeigt, dass die Strategie häufig erfolgreich ist.

Ein Krankheitsbeginn des Morbus Crohn im Kinder- und Jugendalter ist keine Seltenheit. Bei 15 bis 25 Prozent aller Patienten treten die ersten Symptome vor dem 20. Lebens­jahr auf. Biologika wie Infliximab sind heute zwar schon ab dem Alter von 6 Jahren zugelassen. Ihr Einsatz ist in Deutschland aber auf Patienten beschränkt, bei denen eine konventionelle Therapie mit Kortikosteroid, Immunmodulator oder einer primären Ernährungstherapie nicht möglich ist oder ohne Wirkung blieb.

In den USA werden Kinder mit einer schweren Erkrankung immer häufiger frühzeitig mit Biologika behandelt. Eine „RISK Stratification Study“ sammelt die Therapieergebnisse, die Jeffrey Hyams vom Connecticut Children's Medical Center in Hartford/Connecticut und Mitarbeiter jetzt ausgewertet haben.

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Um einen fairen Vergleich zu ermöglichen, wurden in einer sogenannten Propensity Score-Analyse 68 Patienten, die frühzeitig mit Biologika behandelt wurden, der gleichen Zahl von Patienten gegenübergestellt, die frühzeitig mit Thiopurinen oder ohne Immun­mo­dulatoren behandelt wurden. Die Propensity Score-Analyse versucht dabei nur Patienten mit gleichen Eigenschaften und Risiken zu vergleichen.

Wie Hyams berichtet, erhöhte der frühe Einsatz der Biologika die Chancen auf eine anhaltende Remission. 85 Prozent der Patienten waren ein Jahr nach Behandlungs­beginn in klinischer Remission, ohne Kortikosteroide erhalten zu haben. In dem Studienarm mit frühzeitigem Einsatz von Thiopurinen waren es 60 Prozent und in der dritten Gruppe ohne Immunmodulatoren nur 54 Prozent.

Hinzu kommt, dass die Krankheitsaktivität in der Biologika-Gruppe bei keinem Patienten einen Wert von mehr als 30 Punkte im Pediatric Crohn's Disease Activity Index erreicht hatte, gegenüber 7 Prozent nach frühem Einsatz von Thiopurinen und 10 Prozent der Patienten, die noch keine Immunmodulatoren erhalten hatten. Weitere Untersuchungen sollen jetzt klären, bei welchen Patienten der frühe Einsatz von Biologika die besten Behandlungschancen verspricht. © rme/aerzteblatt.de

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