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Medizin

Vorhofflimmern: Kernspin sagt Erfolg der Katheterablation voraus

Donnerstag, 6. Februar 2014

Salt Lake City – Eine spezielle Variante der Kernspintomographie, die geschädigtes Herzmuskelgewebe sichtbar macht, könnte möglicherweise genutzt werden, um die Erfolgschancen einer Katheterablation des Vorhofflimmerns vorherzusagen, wie eine prospektive Beobachtungsstudie im US-amerikanischen Ärzteblatt
(JAMA 2014; doi:10.1001/jama.2014.3) vermuten lässt.

Die Katheterablation, die mittels hochfrequenter Radiowellen die Entstehungsorte des Vorhofflimmerns im linken Vorhof verödet, ist häufig, aber nicht immer erfolgreich. Ein Grund für ein Therapieversagen ist eine ausgedehnte Fibrose des linken Vorhofs. Diese Regionen können mittels des sogenannten Delayed Enhancement Magnetic Resonance Imaging (DE-MRI) sichtbar gemacht werden.

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Die DECAAF-Studie hat deshalb untersucht, ob ein DE-MRI jene Patienten herausfinden kann, bei denen eine Katheterablation geringe Erfolgschancen hat. An 15 Zentren in Nordamerika, Europa (mit deutscher Beteiligung) und Australien wurden 329 Patienten in die Studie eingeschlossen. Bei allen war eine erstmalige Katheterablation vorgesehen. Bei allen wurde vorher eine DE-MRI durchgeführt, deren Befunde allerdings bei 57 Patien­ten aus Qualitätsgründen nicht verwendet werden konnten. Bei den anderen war das Ausmaß der Fibrosierung mit dem Rückfallrisiko im ersten Jahr nach der Kathe­terablation assoziiert.

Wie Nassir Marrouche von der Utah School of Medicine in Salt Lake City berichtet, waren Patienten mit der geringsten Fibrosierung zu 85 Prozent nach 475 Tagen weiter ohne Vorhofflimmern. Im Stadium 2 der Vernarbung war die Rate auf 64 Prozent, im Stadium 3 auf 54 Prozent gefallen. Im Stadium 4 waren nur noch 31 Prozent der Patienten nach 475 Tagen im normalen Rhythmus. Bei diesen Patienten ist damit fraglich, ob eine Katheterablation durchgeführt werden sollte.

Erste Ergebnisse der Studie waren im September 2013 bereits auf der Jahrestagung der European Society of Cardiology vorgestellt worden. © rme/aerzteblatt.de

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