NewsMedizinKoronarkalk: Hypertonie als kumulativer Risikofaktor
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Koronarkalk: Hypertonie als kumulativer Risikofaktor

Donnerstag, 6. Februar 2014

dpa

Chicago – Ein erhöhter Blutdruck zählt zu den wichtigsten modifizierbaren Risikofaktoren für die koronare Herzkrankheit. Eine prospektive Kohortenstudie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2014; 311: 490-497) zeigt jetzt erstmals, dass das Ausmaß der Koronar­verkalkungen von der zeitlichen Entwicklung der  Blutdruckwerte seit dem frühen Erwachsenenalter und der Dauer der Hypertonie abhängt.

Die „Coronary Artery Risk Development in Young Adults“ oder CARDIA-Studie begleitete seit 1985/6 eine Gruppe von etwa 5.000 jungen Erwachsenen. Im Verlauf von 25 Jahren wurden die Teilnehmer acht Mal untersucht, wobei auch der Blutdruck gemessen wurde. Bei der letzten Untersuchung wurde dann das Ausmaß der Koronarverkalkung mittels Computertomographie bestimmt.

Anzeige

Norrina Allen von der Feinberg School of Medicine in Chicago hat jetzt die Entwicklung der mittleren Blutdruckwerte mit den Ergebnissen der Kardio-CT in Beziehung gesetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass das Ausmaß der Koronarverkalkung tatsächlich mit der Dauer der Hochdruckerkrankung steigt. Am wenigsten Koronarkalk hatten die Teil­nehmer, die im Verlauf des gesamten Erwachsenenlebens einen normalen Blutdruck hatten: Nur 4 Prozent dieser Gruppe hatte eine Verkalkung von mehr als 100 Hounsfield-Einheiten, was einer mäßigen Koronarkalkentwicklung entspricht.

Bei den Teilnehmern mit mäßig erhöhten Blutdruckwerten im gesamten Verlauf der Studie hatten 7,9 Prozent die 100 Hounsfield-Grenze überschritten. In einer dritten Gruppe, in der ein zunächst mäßig erhöhter Blutdruck im Studienverlauf weiter ange­stiegen war, war dies bei 10,1 Prozent der Teilnehmer der Fall. Der Anteil stieg auf 17,4 Prozent bei Patienten, die über die gesamte Dauer der Studie deutlich erhöhte Blut­druckwerte hatten, und auf 25,4 Prozent bei Patienten, bei denen sich der Blutdruck von einem relativ hohen Wert aus weiter verschlechtert hatte.

Die Studie belegt damit, dass die langfristigen Blutdruckwerte einen wesentlichen Einfluss auf die Koronarkalkentwicklung haben. Dies bedeutet, dass erhöhte Blutdruck­werte bei jüngeren Menschen beachtet und therapiert werden sollten, zumal es offenbar selten ist, dass sich einmal erhöhte Blutdruckwerte über die Zeit wieder senken. Eine solche Trajektorie hat Allen in ihrer Studie jedenfalls nicht beschrieben. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #678232
eriho
am Donnerstag, 6. Februar 2014, 18:58

ich bin im Zweifel darüber

Meiner Meinung nach dieser Fosrschung ist zweierlei. Ich bin einverstanden, dass Hypertonie und Koronarkalk gebunden sind. Aber das ist wie ein Rätsel: Was war vorher, ein Huhn oder ein Ei. Ich glaube, man soll mehr das forschen um einen richtigen und endgültigen Schluß zu ziehen.
LNS

Nachrichten zum Thema

21. August 2019
London – Ein erhöhter Blutdruck ist eine wichtige vermeidbare Ursache von Demenzen im Alter. Eine Langzeitstudie in Lancet Neurology (2019; doi: 10.1016/S1474-4422(19)30228-5) zeigt jetzt, dass sich
Hypertonie: Blutdruck ab dem Alter von 36 Jahren beeinflusst späteres Demenzrisiko
20. August 2019
Heidelberg – Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) hat vor den Gefahren von Bluthochdruck im Kindesalter gewarnt. Demnach sind nicht nur Erwachsene betroffen, auch immer mehr Kinder leiden darunter. So hat
Experten warnen vor hohem Blutdruck bei Kindern
14. August 2019
Baltimore/Austin – Eine intensive Blutdrucksenkung, die bei älteren Hypertonikern Blutdruckwerte von jungen gesunden Menschen anstrebt, verändert bereits nach wenigen Jahren das Gehirn. Eine Analyse
SPRINT MIND: Intensive Blutdrucksenkung hinterlässt Spuren im Gehirn
7. August 2019
Löwen – Der nächtliche Blutdruck war neben dem 24-Stundendurchschnittswert in einer internationalen Langzeitstudie der wichtigste Risikofaktor für künftige Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder den Tod des
Langzeitstudie bestätigt prognostische Bedeutung des nächtlichen Blutdrucks bei Hypertonie
5. August 2019
Bethesda/Maryland – Eine einjährige Behandlung mit unterschiedlichen Biologika hat in einer Beobachtungsstudie in JAMA Cardiology (2019; doi: 10.1001/jamacardio.2019.2589) die entzündlichen Reaktionen
Biologika vermindern Entzündung der Koronararterien bei Psoriasis
1. August 2019
Tokio – Eine intensive Blutdrucksenkung hat in einer randomisierten klinischen Studie aus Japan in JAMA Neurology (2019; doi: 10.1001/jamaneurol.2019.2167) bei Patienten mit einem Schlaganfall in der
Sekundärprävention: Intensive Blutdrucksenkung schützt vor weiteren Schlaganfällen
31. Juli 2019
Paris – Lohnt es sich für einen über 75-jährigen Patienten noch, den Cholesterinwert mit Statinen zu senken, um sich vor dem Fortschreiten der Atherosklerose zu schützen, deren Folgen er ohnehin nicht
VG WortLNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER