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Medizin

Ovarialkarzinom: Vitamin C könnte Chemotherapie unterstützen

Donnerstag, 6. Februar 2014

Kansas City – Hoch dosiertes Vitamin C, eine beliebte komplementärmedizinische Therapie ohne anerkannte Evidenzbasis, hat in tierexperimentellen Studien in Science Translational Medicine (2014: 6; 222ra18) eine synergistische Wirkung zu Zytostatika erzielt. In einer ersten klinischen Studie wurde die Verträglichkeit einer konventionellen Chemotherapie des Ovarialkarzinoms verbessert.

Die hochdosierte Vitamin C-Therapie geht auf den Nobelpreisträger Linus Pauling zurück, der fest von einer Antikrebswirkung überzeugt war und dies auch – in aus heutiger Sicht minderwertigen – klinischen Studien zu belegen versuchte. Zwei randomisierte klinische Studien nach heutigen Standards konnten später keine Wirkung feststellen (NEJM 1979; 301: 687-690 und 1985; 312: 137-141), woraufhin die akademische Medizin das Thema ad acta legte.

In den letzten Jahren mehren sich die Stimmen, die eine erneute Untersuchung fordern. Sie verweisen darauf, dass Vitamin C in den beiden randomisierten Studien oral verabreicht wurde. Bei einer intravenösen Therapie würden höhere Dosierungen erreicht und deshalb möglicherweise ganz andere Phänomene beobachtet.

Diese Ansicht vertritt auch Jeanne Drisko von der Universitätsklinik Kansas City, die hierzu zunächst Laborversuche an Zellen durchgeführt hat. Während Vitamin C in niedriger Konzentration vor allem eine antioxidative Wirkung entfaltete, kam es in höherer Konzentration in den Zellkulturen zu einer pro-oxidativen Wirkung und einer Schädigung der DNA, was ein Absterben von Ovarialkarzinomzellen zur Folge hatte.

Die Forscherin führte daraufhin Experimente an Mäusen durch, denen menschliche Ovarialkarzinome transplantiert worden waren. Eine hochdosierte intravenöse Vitamin-C-Therapie verstärkte hier die Wirkung einer konventionellen Chemotherapie.

Zuletzt wurde die Wirkung in einer ersten klinischen Studie an 27 Patientinnen mit Ovarialkarzinom im Stadium 3 und 4 untersucht. Alle Patienten hatten eine konventi­onelle Chemotherapie mit Paclitaxel oder Carboplatin erhalten. Einige ließ Drisko zusätzlich intravenös mit hoch-dosiertem Vitamin C behandeln. Sichere Hinweise auf eine Anti-Krebswirkung fand die Forscherin zwar nicht.

Die Patienten, die mit Vitamin C behandelt wurden, sollen die belastende Chemotherapie jedoch wesentlich besser vertragen haben. Für einen klinischen Einsatz der Therapie ist die Beweislage sicherlich noch zu schwach. Für Drisko ist jedoch der Zeitpunkt gekommen, die hoch-dosierte Vitamin C-Therapie erneut in klinischen Studien zu untersuchen. © rme/aerzteblatt.de

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