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Defibrillator mit Atemvolumensensor implantiert

Donnerstag, 6. Februar 2014

Herne - Im Marienhospital Herne wurde jetzt einem Patienten das nach eigenen Angaben weltweit erste Modell eingesetzt, das sich – zusätzlich zur Abgabe von Elektroschocks bei Kammerflimmern - an der Atemfrequenz der Betroffenen zur Regulierung der Herzfrequenz orientiert. Hierfür ist das Implantat mit einem Atemvolumensensor versehen.

Dieser überwacht die Atemfrequenz und reguliert daraufhin die Herzfrequenz, besonders wenn es zu körperlichen Belastungen kommt. „Dieses Verfahren ist neben einem funktionierenden Herzen die natürlichste Möglichkeit, die Herzfrequenz zu steigern. Bei körperlichen Anstrengungen passt sich die Atmung als erstes an", erläutert Hans-Joachim Trappe, Direktor der Kardiologie im Marien Hospital Herne.

Für Menschen, die bereits einen ausgeprägten Herzinfarkt erlitten haben oder die unter einer schweren Herzschwäche leiden, ist das Risiko lebensbedrohlicher Herzrhyth­musstörungen deutlich erhöht. Unter die Haut transplantierte Defibrillatoren können die Betroffenen, ähnlich wie Herzschrittmacher, vor unerwarteten Taktstörungen des Herzens schützen, vor allem wenn es zu lebensgefährlichem Kammerflimmern kommt.

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Bisher verfügten die meisten Defibrillatoren über einen Aktivitätssensor. Dieser registriert die Aktivität der Muskeln und passt, falls notwendig, die Herzfrequenz an. "Dieses Verfahren hat allerdings Nachteile", sagt Trappe.  "Beim Fahrradfahren werden zum Beispiel nur die Muskeln in den Beinen aktiviert, nicht jedoch im Oberkörper. Da die Signale der Muskeln den Defibrillator nicht erreichen, wird die Herzfrequenz nicht der körperlichen Leistung angepasst." Das neue Modell eignet sich daher besonders für Betroffene, die eine zu niedrige Pulsfrequenz aufweisen oder bei denen der Puls bei Belastungen nicht ausreichend ansteigt.

"Mit dem neuen Defibrillator können wir die Herzkrankheit nicht heilen, aber wir können den Betroffenen Sicherheit und Lebensqualität zurückgeben", betont Trappe. Zudem ist das Implantat nur 9,9 mm dick und wiegt unter 70g. Damit ist er deutlich kleiner und leichter als viele andere Modelle. Durch eine runde Form bewegt sich das Gerät weniger und zeichnet sich unter der Haut kaum ab. © EB/aerzteblatt.de

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