NewsPolitikPatientenberatung: „Der größte Themenbereich ist die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung“
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Patientenberatung: „Der größte Themenbereich ist die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung“

Freitag, 7. Februar 2014

Berlin – Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD)? Was macht diese Organi­sation genau? „Wir sind bei Ärzten noch nicht bekannt“, stellt ihr Geschäftsführer, Sebastian Schmidt-Kaehler, im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt fest. Das soll sich ändern: Die UPD hat eine Plakatkampagne für Arztpraxen gestartet, die Bezug nimmt auf das Thema Patientenrechte. Gleichzeitig stellt sie Ärztinnen und Ärzten aber auch Informa­tionen über ihr  umfangreiches Angebot zur Verfügung.

Rund 100 Mitarbeiter beraten bundesweit privat und gesetzlich Krankenversicherte zu zahlreichen Fragen rund um Gesundheit und Krankheit, per Telefon, Fax, Internet sowie persönlich in 21 regionalen Beratungsstellen. Dafür stellen die Krankenkassen pro Jahr rund fünf Millionen Euro zur Verfügung, der Verband der privaten Kran­ken­ver­siche­rung knapp 370.000 Euro.

Anzeige

Im Mittelpunkt stehen häufig verfahrensrechtliche Fragen. „Der größte Themenbereich ist die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung“, sagt Schmidt-Kaehler. „Warum wird das nicht bezahlt? Warum erhalte ich kein Krankengeld mehr?“ Hinzu kommen Fragen zu Patienten­rechten, beispielsweise zur Einsichtnahme in Krankenakten, zu Wartezeiten, psychischen Erkrankungen, Zahngesundheit, Krankheitsbewältigung.

Gespräch mit Dr. Sebastian Schmidt-Kaehler, Geschäftsführer der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland: „Wir sind bei Ärzten noch nicht bekannt“

Ungefähr 80 000-mal im Jahr beraten UPD-Mitarbeiter Verbraucher und Patienten: am Telefon, persönlich, übers Internet. Doch nur wenige Ärztinnen und Ärzte kennen dieses Angebot genauer. Das soll sich mit einer Informationskampagne für die Praxen ändern. An sich hat die Organisation, an deren Spitze Dr. Sebastian Schmidt-Kaehler steht, mehr als genug zu tun.

Schmidt-Kaehler kennt die Bedenken aus der Ärzteschaft gegen Patientenschutzor­ganisationen: „Man befürchtet, wir würden Patienten aufhetzen.“ Das sei aber nicht der Fall, versichert er. Gerade bei Fragen zu Leistungen der Kran­ken­ver­siche­rungen könnte es seiner Meinung nach für Ärzte hilfreich sein, auf das Angebot der UPD hinzuweisen.

„Natürlich ergeben sich in der Beratung auch Hinweise auf Behandlungsfehler, die für die Patienten Anlass geben, etwas zu unternehmen und möglicherweise auch vor Gericht zu ziehen“, sagt Schmidt-Kaehler. „Ebenso häufig trägt unsere Beratung aber auch zur Deeskalation bei.“

© Rie/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. Mai 2019
Berlin – Die Bundesländer Berlin, Brandenburg und Hamburg machen sich für verständlichere Informationen für Patienten stark. In einer heute im Bundesrat vorgestellten Initiative fordern sie unter
Drei Bundesländer wollen Patientenbrief nach jeder Diagnose
10. Mai 2019
Berlin – Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) hat den Einsatz eines Patientensicherheitsbeauftragten an allen Einrichtungen der Gesundheitsversorgung gefordert. APS-Generalsekretär Hardy
Aktionsbündnis will Beauftragte für Patientensicherheit an jeder Klinik
2. Mai 2019
Potsdam – Brandenburg will die Rechte von Patienten über eine Bundesratsinitiative verbessern. Viele Diagnosen, Therapieempfehlungen und Anweisungen zur Medikamenteneinnahme seien schwer verständlich,
Bundesratsinitiative: Brandenburg will Patienten besser aufklären
5. März 2019
Berlin – Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat seinen Tätigkeitsbericht 2018 veröffentlicht. Er bietet einen Überblick über Aufgaben und Tätigkeitsfelder sowie über
ÄZQ macht sich für Patientensicherheit stark
20. Februar 2019
Berlin – Die Kritik an der Unabhängigen Patientenberatung (UPD), deren Qualität in der Beratung sowie der Vergabepraxis an einen privaten Betreiber im Jahr 2015 waren erneut Thema im
Kritik an UPD nicht entkräftet
28. Januar 2019
Potsdam – Das Land Brandenburg ist dem Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) beigetreten. Das Netzwerk setzt sich für eine kontinuierliche Verbesserung der Patientensicherheit in Deutschland ein.
Brandenburg tritt Aktionsbündnis Patientensicherheit bei
16. Januar 2019
Berlin – Die CDU-Bundestagsabgeordnete Claudia Schmidtke wird neue Patientenbeauftragte der Bundesregierung. Das Bundeskabinett berief die 52-jährige Medizinerin heute als Nachfolgerin von Ralf
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER