NewsMedizinSchlaganfall: US-Leitlinie für Frauen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Schlaganfall: US-Leitlinie für Frauen

Freitag, 7. Februar 2014

Fotolia-sudok-1

Dallas – Frauen haben sich in ihrem Lebensstil zwar in vielen Bereichen den Männern angenähert und die modifizierbaren Risikofaktoren für den Schlaganfall sind für beide Geschlechter die gleichen. Es gibt jedoch einige frauenspezifische Aspekte, die die American Heart Association veranlasst haben, in Stroke (2013; doi: 10.1161/01.str.0000442009.06663.48) die erste Schlaganfall-Leitlinie für Frauen zu veröffentlichen.

Die Besonderheiten betreffen zum einen die Schwangerschaft, während der es bei vielen Frauen zu einem Anstieg des Blutdrucks bis hin zur Gestose kommt. Frauen mit einer vorbestehenden Hypertonie sollten unter Umständen mit ASS oder mit Kalzium behandelt werden, um das Präeklampsie-Risiko zu senken, rät das Autorenteam um Cheryl Bushnell von der Wake Forest School of Medicine in Winston-Salem/North Carolina.

Anzeige

Jede Präeklampsis verdopple das Risiko auf einen späteren Schlaganfall. Das Risiko auf eine arterielle Hypertonie sei sogar vierfach erhöht, so dass diese Frauen nach der Schwangerschaft intensiv hinsichtlich anderer Risiken wie Rauchen, Hypercholes­terinämie und Adipositas beraten werden sollten. Während der Schwangerschaft sollte ein Blutdruck über 160/110 mmHg immer behandelt werden, raten die US-Kardiologen.

Bei einem Anstieg über 150/100 mm Hg könne eine Therapie erwogen werden. Eine Blutdruckkontrolle ist auch bei allen Frauen erforderlich, die hormonelle Kontrazeptiva einnehmen. Von einer hormonellen Ersatztherapie nach der Menopause rät die American Heart Association wie andere Fachgesellschaften auch, grundsätzlich ab.

Zum anderen treten bei Frauen einige Erkrankungen, die das Schlaganfallrisiko erhöhen, häufiger als bei Männern auf. Dazu gehört beispielsweise die Migräne mit Aura. Die American Heart Association rät den Frauen, andere Risikofaktoren zu meiden, dazu gehöre insbesondere ein Verzicht auf das Rauchen. Auch das Vorhofflimmern ist vor allem bei älteren Frauen häufiger als bei Männern, und die Gefahr eines Schlaganfalls ist höher.

Die American Heart Association rät deshalb, alle Frauen über 75 Jahre auf mögliche Risiken hin zu untersuchen. Die US-Kardiologen zählen auch Diabetes, Depressionen und emotionalen Stress zu den Schlaganfallrisikofaktoren, die bei Frauen stärker und häufiger sind als bei Männern. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

2. August 2019
Bad Segeberg/Kiel – In Schleswig-Holstein sollen künftig sogenannte Bezugstherapeuten Ärzte bei der Versorgung von Schlaganfallpatienten unterstützen. Starten soll das Projekt in den Regionen des
Bezugstherapeuten sollen Ärzte bei Betreuung von Schlaganfallpatienten unterstützen
1. August 2019
Tokio – Eine intensive Blutdrucksenkung hat in einer randomisierten klinischen Studie aus Japan in JAMA Neurology (2019; doi: 10.1001/jamaneurol.2019.2167) bei Patienten mit einem Schlaganfall in der
Sekundärprävention: Intensive Blutdrucksenkung schützt vor weiteren Schlaganfällen
30. Juli 2019
Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen sind 2017 weniger Menschen an einem Schlaganfall gestorben. Die Zahl ging im Vergleich zum Vorjahr um knapp sieben Prozent auf rund 10.500 zurück, wie das
Weniger Todesfälle nach Schlaganfällen in Nordrhein-Westfalen
18. Juli 2019
Berlin – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein neues Verbundprojekt zum Thema Schlaganfall. Das an den Universitäten Duisburg/Essen, München, Hamburg und Münster angesiedelte
Überregionaler Forschungsverbund zum Schlaganfall gefördert
10. Juli 2019
University Park/Pennsylvania – Menschen mit niedrigen Cholesterinwerten haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko auf einen hämorrhagischen Schlaganfall. Dies kam in einer prospektiven
Niedriges LDL-Cholesterin könnte Hirnblutungen auslösen
17. Juni 2019
Essen – Der Gerinnungshemmer Dabigatran verhindert das Auftreten von Rezidiv-Ereignissen nach einem Schlaganfall unbekannter Ursache nicht effektiver als Acetylsalicylsäure (ASS). Das zeigt eine neue
Keine Überlegenheit von Dabigatran gegenüber ASS bei der Sekundärprophylaxe nach krytogenen Schlaganfällen
14. Juni 2019
Jerusalem – Patienten mit einem Schlaganfall durch die Verstopfung eines Hirngefäßes, für die eine Thrombolyse und eine Thrombektomie nicht infrage kommen, können von einer Ganglionstimulation
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER