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Uniklinik Mainz leidet unter Fluglärm

Montag, 10. Februar 2014

dpa

Mainz – Die Uniklinik Mainz und ihre Patienten leiden laut einer Studie unter gesund­heitsbedrohlichem Fluglärm des Frankfurter Flughafens. Der Spitzenwert liege bei 76,5 Dezibel, ergaben Messungen des Landesamts für Umwelt Rheinland-Pfalz während fünf Monaten im vergangenen Jahr. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfehle für Krankenhäuser nachts nur bis 55 Dezibel.

Die Universitätsklinik prüft daher eine Klage. 80 Dezibel entsprechen etwa einem vorbeifahrenden Lastwagen. Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Alexander Schweitzer (SPD) forderte neue Flugrouten. „Wir haben wirklich Sorge um die Gesundheit ... Wir brauchen eine Entlastung der Menschen in Hessen und in Rheinland-Pfalz.“

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Rund acht Flüge sorgten im Durchschnitt pro Nacht für Lärm, sagte der Leiter des Landesamts für Umwelt, Stefan Hill. Vor allem am frühen Morgen herrsche Lärm von über 68 Dezibel – das zeigten die Messungen an der Uniklinik von Februar bis April sowie von Juli und Oktober 2013. Rund 140 Flugzeuge überflögen die Uniklinik pro Tag.

Der mittlere Lärmpegel liege in vier von fünf Monaten nachts über der WHO-Empfehlung von 40 Dezibel für Außenlärm. Laute Flugzeuge gebe es auch am späten Vormittag und zwischen 15.00 und 17.00 Uhr. Die Lärmbelastung unterscheide sich nicht bei Ost- oder Westwind. Am Frankfurter Flughafen herrscht Nachtflugverbot zwischen 23.00 und 5.00 Uhr.

Der Kardiologe Thomas Münzel warnte, Fluglärm könne Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervorrufen. Das hätten mehrere Studien gezeigt. Mit Blick auf die Messergebnisse betonte der Direktor der Zweiten Medizinischen Klinik: „Das ist eigentlich nicht mehr akeptabel.“ Münzel forderte eine höhere Flughöhe und ein Verbot für das Überfliegen der Uniklinik. Der Fluglärm werde noch zunehmen. Münzel will die Forschung zu Fluglärm ausbauen. Derzeit forsche er, wie Herz-Kreislauf-Patienten auf Fluglärm reagierten.

Schweitzer hält eine neue Bundesratsinitiative gegen Lärm für denkbar, falls die Bundesregierung nicht ihre Pläne aus dem Koalitionsvertrag umsetze. Er unterstützt auch die Idee eines Runden Tisches gegen Fluglärm. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner kritisierte, derzeit würden die Lärmereignisse gemittelt, so dass Lärmspitzen weggerechnet würden. © dpa/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #107994
Adolar
am Montag, 10. Februar 2014, 13:53

Kein Problem.

Alles künstliche Erregung.
Nach mir vorliegenden Informationen sollen zukünftig die sensiblen Stationen in die Verwaltungsgebäude von Fraport verlegt werden. Dort ist es absolut ruhig - höchste Schallschutzklasse mit Klimatisierung. Wenn man die Klimaanlagen noch steril umstellt, kann man sogar überall dort operieren. Und die Hörgeschädigten in Uniklinik Mainz hören sowieso nix, die können daher bleiben, wo sie sind.

Unseren schönen Flugplatz dagegen kann man sehr gut von Mainz aus verwalten - also nur ein Austausch von Räumlichkeiten. Ist doch easy, oder?
LNS
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