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Politik

Abschaffung des Numerus clausus kein Mittel gegen Ärztemangel

Montag, 10. Februar 2014

dpa

Berlin – Den Numerus clausus für einen Medizinstudienplatz abzuschaffen wird den Ärztemangel in ländlichen Regionen nicht verringern. Diese Auffassung vertritt die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd). „Es lässt sich bei einer Quote von 4,9 Bewerbern pro Studienplatz nicht ändern, dass nicht alle Bewerber auf Medizinstudienplätze tatsächlich auch studieren können“, argumentiert der Verband.

Die bvmd wehrt sich auch dagegen, Studienplatzbewerber aus ländlichen Regionen zu bevorzugen. „Auch wenn es internationale Evidenz dafür gibt, dass Medizinstudierende aus ländlichen Regionen nach dem Studium eher in ländlichen Regionen praktizieren, so lehnt die bvmd eine Bevorzugung von Studierenden nach dem unsachlichen Personen­merkmal ‚Herkunft‘, als auch anderen solchen Merkmalen wie ‚Alter‘ und ‚Geschlecht‘ ab“, hieß es aus der bvmd. Solche unbeeinflussbaren Kriterien widersprächen „jedem Gerechtigkeitssinn“ und auch der Überzeugung des Grundrechts auf freie Studien- und Berufswahl, so die Medizinstudierenden-Vereinigung.

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Überhaupt sollten laut der bvmd „kurzfristige versorgungsplanerische Überzeugungen“ nicht die Studierendenauswahl bestimmen. „Für das Medizinstudium sollten aus der hohen Bewerberzahl vielmehr die Menschen ausgewählt werden, die am besten für das Studium und den Beruf geeignet sind“, so der Verband. Allerdings reiche der Numerus clausus nicht aus, um dies zu beurteilen. Die bvmd fordert daher, andere Auswahl­kriterien wie kognitive Fähigkeiten, soziale Kompetenz und Motivation stärker zu berücksichtigen.

© hil/aerzteblatt.de

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