NewsPolitikAbschaffung des Numerus clausus kein Mittel gegen Ärztemangel
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Abschaffung des Numerus clausus kein Mittel gegen Ärztemangel

Montag, 10. Februar 2014

dpa

Berlin – Den Numerus clausus für einen Medizinstudienplatz abzuschaffen wird den Ärztemangel in ländlichen Regionen nicht verringern. Diese Auffassung vertritt die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd). „Es lässt sich bei einer Quote von 4,9 Bewerbern pro Studienplatz nicht ändern, dass nicht alle Bewerber auf Medizinstudienplätze tatsächlich auch studieren können“, argumentiert der Verband.

Die bvmd wehrt sich auch dagegen, Studienplatzbewerber aus ländlichen Regionen zu bevorzugen. „Auch wenn es internationale Evidenz dafür gibt, dass Medizinstudierende aus ländlichen Regionen nach dem Studium eher in ländlichen Regionen praktizieren, so lehnt die bvmd eine Bevorzugung von Studierenden nach dem unsachlichen Personen­merkmal ‚Herkunft‘, als auch anderen solchen Merkmalen wie ‚Alter‘ und ‚Geschlecht‘ ab“, hieß es aus der bvmd. Solche unbeeinflussbaren Kriterien widersprächen „jedem Gerechtigkeitssinn“ und auch der Überzeugung des Grundrechts auf freie Studien- und Berufswahl, so die Medizinstudierenden-Vereinigung.

Anzeige

Überhaupt sollten laut der bvmd „kurzfristige versorgungsplanerische Überzeugungen“ nicht die Studierendenauswahl bestimmen. „Für das Medizinstudium sollten aus der hohen Bewerberzahl vielmehr die Menschen ausgewählt werden, die am besten für das Studium und den Beruf geeignet sind“, so der Verband. Allerdings reiche der Numerus clausus nicht aus, um dies zu beurteilen. Die bvmd fordert daher, andere Auswahl­kriterien wie kognitive Fähigkeiten, soziale Kompetenz und Motivation stärker zu berücksichtigen.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Juni 2020
Dresden – Ärzte und Psychotherapeuten, die in unterversorgten oder unzureichend versorgten Regionen Sachsens tätig werden wollen, erhalten ab 1. Juli mehr Geld. Der Landesausschuss der Ärzte und
Sachsen: Mehr Geld soll Ärzte in unterversorgte Regionen locken
18. Juni 2020
Gütersloh – Fast tausend Studenten in Deutschland studieren Medizin oder Pharmazie ohne Abitur. Voraussetzung sind ein Abschluss in einem Gesundheitsberuf oder der Pflege und mindestens drei Jahre
Fast tausend Medizinstudierende in Deutschland ohne Abitur
9. Juni 2020
Saarbrücken – Für ein Medizinstudium im Rahmen der neu eingeführten Landarztquote im Saarland haben sich 112 junge Menschen beworben. Das teilte heute das saarländische Ge­sund­heits­mi­nis­terium mit.
Saarland: 112 Bewerber auf Landarztquote
9. Juni 2020
Stuttgart – Mit einem reformierten Angebot für Medizinstudierende und mit zusätzlichen Studienplätzen will die Landesregierung Baden-Württemberg für mehr Landärzte sorgen. Einen entsprechenden
Kabinett in Baden-Württemberg billigt Pläne für mehr Landärzte
4. Juni 2020
Stuttgart – Mit einem flexibleren Medizinstudium will die Landesregierung in Baden-Württemberg das Interesse am Arztberuf auf dem Land steigern und die Lücken in der Versorgung füllen. Von den
Baden-Württemberg will den „Landarzt 2.0“
27. Mai 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) fordert mehr Personal für die Notfallmedizin und bessere Rahmenbedingungen. „Gerade die vergangenen Wochen der
Fachgesellschaft will mehr Stellen in der Notfallmedizin
25. Mai 2020
Mainz – Jeder zweite berufstätige Arzt in Rheinland-Pfalz ist 50 Jahre oder älter, jeder vierte 60 oder darüber. „Immer mehr Ärzte rücken immer näher an die Phase ihres Ruhestandes heran, aber immer
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER