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Sachsen-Anhalt: Mehr Geld für künstliche Befruchtung

Montag, 10. Februar 2014

Magdeburg – Ungewollt kinderlose Paare bekommen in Sachsen-Anhalt künftig eine höhere finanzielle Unterstützung für künstliche Befruchtungen. Sie sollen nicht wie bislang die Hälfte, sondern nur etwa ein Viertel der Kosten allein tragen, teilte das Sozialministerium in Magdeburg heute mit. Das Land stelle in diesem Jahr rund 300.000 Euro zur Verfügung, der Bund 200.000 Euro. Eine jetzt unterzeichnete Bund-Länder-Vereinbarung sehe vor, dass Paare für den ersten bis dritten Versuch einer künstlichen Befruchtung bis zu 900 Euro je Zyklus beantragen können. Eine Behandlung kostet mehrere Tausend Euro.

„Kinderwünsche dürfen keine Kostenfrage sein“, sagte Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Manuela Schwesig (SPD). „Gerade für Paare mit kleinem und mittlerem Einkommen stellen die Behandlungskosten von mehreren Tausend Euro oft ein großes Problem dar.“ Sachsen-Anhalts Sozialminister Norbert Bischoff (SPD) sprach von einem Gebot der Gerechtigkeit.

Bis 2004 hatten in Deutschland die Krankenkassen die Kosten für bis zu vier Behandlungen der künstlichen Befruchtung übernommen, seitdem müssen Paare die Hälfte der Kosten selbst tragen.

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Sachsen-Anhalt hatte 2010 erstmals 250.000 Euro für ungewollt kinderlose Paare bereitgestellt – und dabei unverheiratete Paare ausdrücklich einbezogen. Der Bund beteilige sich nach der neuen Vereinbarung allein an den Behandlungskosten für verheiratete Paare.

„Da das Land somit aber eine Kostenentlastung erfährt, ist es in der Lage, mit dem eigenen Geld für unverheiratete Paare eine identische Förderung darzustellen“, teilte das Sozialministerium in Magdeburg weiter mit.

Im Jahr 2013 wurden laut Ministerium rund 230 Behandlungen staatlich unterstützt, fast 35 Anträge kamen von nicht verheirateten Paaren. Zu den Voraussetzungen für die Förderung gehört, dass ein Paar seinen Hauptwohnsitz in Sachsen-Anhalt hat und die Behandlung in einem der drei medizinischen Reproduktionseinrichtungen erfolgt. © dpa/aerzteblatt.de

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