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Medizin

Periduralanästhesie verlängert Geburtsdauer

Montag, 10. Februar 2014

dpa

San Francisco – Eine Periduralanästhesie macht die Geburt für die Gebärende schmerz­frei, sie kann aber die Austreibungsphase um zwei bis drei Stunden verlängern, wie aus einer retrospektiven Studie in Obstetrics & Gynecology (2014; doi: 10.1097/AOG.0000000000000134) hervorgeht.

Dass eine Periduralanästhesie die Geburt verlängern kann, war bekannt. Der Unter­schied, den Yvonne Cheng von der Universität von Kalifornien in San Francisco jetzt bei der Analyse der Geburtsdauer von 42.268 Frauen ermittelt, fiel jedoch größer aus als erwartet. Mit einer Periduralanästhesie dauerte es 5 Stunden und 36 Minuten, bis 95 Prozent der Erstgebärenden die Austreibungsphase der Geburt überstanden und mittels eigener Wehentätigkeit ihr Kind zur Welt gebracht hatten. Ohne Periduralanästhesie hatten die Gebärenden (und ihr Kind) die Geburtsarbeit 2 Stunden und 19 Minuten schneller erledigt: 95 Prozent der Frauen hielten ihre Kinder bereits nach drei Stunden und 17 Minuten im Arm.

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Bei den Multipara ging die Geburt schneller. Ohne Periduralanästhesie hatten es 95 Prozent der Frauen nach 1 Stunde und 21 Minuten geschafft. Mit Periduralanästhesie benötigten sie 4 Stunden und 15 Minuten. Der Unterschied betrug hier 2 Stunden und 54 Minuten.

Bislang ging die Leitlinie davon aus, dass die Periduralanästhesie die Geburtsdauer nur um etwa eine Stunde verlängert. Nach der geltenden Definition des American Congress of Obstetricians and Gynecologists (ACOG) müssten 31 Prozent aller Geburten bei Primipara als zu lang eingestuft werden. Bei den Multipara wären es 19 Prozent. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #681489
Thierry Girard
am Sonntag, 16. März 2014, 11:59

Wie vor 20 Jahren.... Assoziation ist nicht Kausalität !

Eine sehr interessante Studie, welche leider falsch interpretiert wird.
Korrekt muss es heissen: Frauen mit einer Periduralanalgesie haben eine längere Geburt. Ob die Periduralanalgesie dazu führt, oder ob Frauen mit längerer Geburt mehr Schmerzen haben und daher häufiger eine Periduralanalgesie wünschen - ist hiermit nicht beantwortet. Der gleiche Fehler wurde früher mit dem Kaiserschnitt gemacht: Frauen mit Periduralanalgesie haben häufiger Kaiserschnitt, das ist korrekt. Es ist aber - aufgrund randomisierter Untersuchungen - auch klar, dass dies nicht im Zusammenhang mit der Periduralanalgesie steht. Werden Frauen randomisiert einer Periduralanalgesie resp. einer Alternativgruppe zugewiesen, so ist die Kaiserschnittrate nicht höher.
Durchaus das Gleiche dürfte für die Geburtsdauer wahr sein. Ob es tatsächlich zu einer Verlängerung (gering oder nicht) kommt, ist nur durch randomisierte Studien zu beantworten.
Avatar #562834
anaesthesist_meyer
am Dienstag, 11. Februar 2014, 07:12

Klinische Beobachtung ausreichend!

Für jeden Anästhesisten, der nahe bei seinen Patientinnen ist, sollte die kein Novum sein. Im klinischen Alltag konnte und kann man das beobachten. Dafür benötigt der erfahrene Arzt keine Studie!
LNS

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