NewsMedizinPCI: Immer weniger KHK-Patienten sterben an Herzinfarkt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

PCI: Immer weniger KHK-Patienten sterben an Herzinfarkt

Dienstag, 11. Februar 2014

fotolia

Rochester – Die guten Ergebnisse der perkutanen koronaren Intervention (PCI) und vielleicht auch eine verbesserte medikamentöse Therapie haben dazu geführt, dass die meisten Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) heute nicht mehr an den Folgen des Herzinfarktes sterben. Dies geht aus einer Untersuchung der Mayo Clinic in Circulation (2014; doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.113.006518) hervor.

Die Mayo Clinic hat eine lange Tradition in epidemiologischen Forschungen. Im Rahmen des Rochester Epidemiology Projects werden die Krankenakten aller Einwohner des umliegenden Olmsted County archiviert. Dem Mayo-Kardiologen Rajiv Gulati gelang es deshalb leicht, das weitere Schicksal von 19.077 Patienten zu recherchieren, die seit 1991 nach einer PCI lebend aus der Klinik entlassen wurden.

Anzeige

Von ihnen sind 6.988 Patienten gestorben, bei 6.857 Patienten wurde die Todesursache telefonisch bei den Angehörigen erfragt. Dabei stellte sich heraus, dass die Zahl der Patienten, die in den ersten fünf Jahren nach einer PCI einen kardialen Tod erlitten hatten, seit 1991 stetig abgenommen hat, während die Zahl der nicht kardialen Todesfälle zunahm.

Zuletzt (2003 bis 2008) entfielen nur noch 36,8 Prozent der Todesfälle auf kardiale Ursachen. Die anderen zwei Drittel waren an nicht kardialen Erkrankungen gestorben. Patienten mit koronarer Herzkrankheit sterben immer häufiger „altersbedingt“ an Krebs oder nicht kardialen chronischen Erkrankungen, so Gulati.

Die Studie kann nicht klären, ob der Rückgang allein auf die Einführung der PCI zurückzuführen ist. Parallel ist es zu einer besseren medikamentösen Therapie, beispielsweise mit Statinen und Antihypertonika gekommen. Unklar ist auch, ob der Rückgang über die Beobachtungszeit von 5 Jahren hinaus Bestand hat.

Die Revaskularisierung kann zwar nach dem Herzinfarkt die Durchblutungsverhältnisse wieder herstellen, auf die Ausdehnung der Infarktnarbe hat sie jedoch keinen Einfluss. Das „Remodeling“ des Herzmuskels führt über kurz oder lang zu einer Herzinsuffizienz. Gulati konnte denn auch keinen Einfluss auf Todesfälle an der Herzinsuffizienz nachweisen, die häufig die Spätfolge eines Herzinfarktes ist. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

23. August 2019
München – Ob ein Herzinfarkt in der Nacht oder am Tag auftritt, hat keinen Einfluss auf den Schweregrad der Folgen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für
Ausmaß eines Herzinfarkts unabhängig von der Tageszeit
12. August 2019
Hennigsdorf – Berlin und Brandenburg wollen sich dafür einsetzen, dass das Projekt „QS-Notfall“ zur Qualitätssicherung in der Notfallversorgung von Patienten mit Herzinfarkt in die Regelversorgung
Herzinfarkt: QS-Notfall könnte Modell für Regelversorgung sein
23. Juli 2019
San Diego – Der Verlust eines einzigen Gens vor etwa zwei bis drei Millionen Jahren könnte dafür verantwortlich sein, dass Menschen grundsätzlich ein höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen
Evolutionärer Verlust eines einzigen Genes könnte für Herzinfarkte verantwortlich sein
19. Juli 2019
Sydney – Das bei Diabetes erhöhte Herzinsuffizienzrisiko ist unter den Geschlechtern nicht gleichmäßig verteilt: Bei Frauen geht die Diabeteserkrankung mit einer stärkeren Risikoerhöhung einher als
Frauen mit Diabetes stärker für Herzinsuffizienz gefährdet als männliche Patienten
28. Juni 2019
Hamburg – Der hochsensitive Nachweis der myokardialen Ischämiemarker Troponin I oder Troponin T kann auch kleinere Herzinfarkte erkennen, die keine unmittelbare Behandlung erforderlich machen. Ein
Risikokalkulator hilft Herzinfarkt innerhalb einer Stunde zu erkennen
21. Juni 2019
Berlin – Die überarbeitete Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Chronische Herzinsuffizienz steht ab sofort zur Konsultation bereit. Für die 3. Auflage wurden unter anderem die Kapitel zu Diagnostik,
NVL Chronische Herzinsuffizienz zur Kommentierung im Netz
12. Juni 2019
Magdeburg – In Sachsen-Anhalt sterben besonders viele Menschen an einem Herzinfarkt – eine Aufklärungskampagne rückt jetzt die Erste Hilfe in solchen Notfällen in den Fokus. Unter dem Motto „Trau dich
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER