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Medizin

HPV-Impfung: Schneller Schutz vor Genitalwarzen

Mittwoch, 12. Februar 2014

Stockholm – Die Häufigkeit von Condylomata acuminata, oft die erste Manifestation einer Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV), kann bereits nach einer Dosis des quadrivalenten Impfstoffs Gardasil vermindert werden. Dies zeigten erste Erfahrungen aus Schweden im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA doi:10.1001/jama.2014.95). Eine bessere Schutzwirkung wurde allerdings mit zwei oder drei Dosierungen erreicht.

Für die beiden zugelassenen Impfstoffe Cervarix und Gardasil sind drei intramuskuläre Injektionen vorgesehen. Für die Zielgruppe der Impfung, weibliche Teenager vor Auf­nahme sexueller Tätigkeit, kann dies eine gewisse Hürde sein. Im letzten Jahr hatten US-Forscher in einer Studie aus Costa Rica berichtet, dass bereits nach der ersten Dosis des bivalenten Impfstoffs Cervarix eine gute Antikörper-Antwort erzielt wird. Jetzt berichtet ein Team aus Schweden über ähnlich gute Erfahrungen mit dem tetravalenten Impfstoff Gardasil, der in den Jahren 2006 bis 2010 an mehr als 300.000 Teenager und junge Frauen (Alter 10 bis 24 Jahre) verimpft wurde.

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Das eigentliche Ziel der Impfung ist die Vermeidung eines Zervixkarzinoms, das allerdings erst nach einer unter Umständen Jahrzehnte langen Latenz auftritt. Einige HPV-Typen (vor allem 6 und 11) können jedoch auch Feigwarzen (Condylomata acuminata) verursachen. Diese beiden HPV-Typen werden von dem tetravalenten Impfstoff Gardasil (nicht aber von Cervarix) erfasst.

Eva Herweijer vom Karolinska Institut in Stockholm berichtet, dass die Impfung mit Gardasil hier erste Auswirkungen zeigt. Geimpfte Mädchen begaben sich ihrer Studie zufolge seltener in ärztliche Behandlung als nicht geimpfte Mädchen. Die Auswirkungen waren bereits in einer Nachbeobachtungszeit von 3,8 Jahren spürbar.

Die Diagnose Condylomata acuminata wurde bei Mädchen, die nur eine Dosis erhalten hatten, zu 69 Prozent seltener gestellt (relative Inzidenzrate IRR 0,39). Dies entspricht laut Herweijer einem Rückgang um 384 Erkrankungen pro 100.000 Personenjahre. Mädchen, die zwei Impfungen erhalten hatten, erkrankten zu 72 Prozent seltener (IRR 0,29), was einem Rückgang um 400 Erkrankungen pro 100.000 Personenjahre ent­spricht. Am deutlichsten war der Einfluss, wenn die Teenager alle drei vorgesehenen Impfungen erhalten hatten. Die Feigwarzen traten zu 82 Prozent seltener auf (IRR 0,18) was einen Rückgang um 459 Erkrankungen pro 100.000 Personenjahre bedeutet.

Herweijer empfiehlt alle drei Impftermine einzuhalten, zumal die Wirkung gegen Feigwarzen kaum Rückschlüsse auf die langfristige Schutzwirkung gegen das Zervixkarzinom zulasse. © rme/aerzteblatt.de

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