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Medizin

Gelegenheitsraucher sind auch Raucher

Donnerstag, 13. Februar 2014

dpa

San Diego – Raucher, die sehr wenig oder nur gelegentlich rauchen, sehen sich selbst häufig nicht als Raucher. Wael Al-Delaimy und seine Arbeitsgruppe an der San Diego School of Medicine berichten in BMJ Tabacco Control über die überraschend hohe Zahl von Personen, die sich zum Teil trotz täglichen Zigarettenkonsums nicht als Raucher bezeichnet.

Laut den Wissenschaftlern gibt es gegenwärtig keine untere Grenze, bei welcher der Konsum von Zigaretten ungefährlich ist. Auch das Rauchen von wenigen Zigaretten erhöhe das Risiko für die typischen Folgeerkrankungen. Außerdem könne sich der gelegentliche Konsum zu einem regelmäßigen ausweiten.

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Die Wissenschaftler werteten Daten der California Longitudinal Smokers Survey mit 1.689 Teilnehmern aus. Personen, die mindestens 100 Zigaretten während ihres Lebens geraucht hatten, an wenigstens einigen Tagen rauchten oder innerhalb der letzten 30 Tage geraucht hatten und sich selbst als Nichtraucher bezeichneten, wurden als non-identified smokers (NIS) charakterisiert.

Aus ihrer Analyse schlossen die Forscher, dass in Kalifornien möglicherweise fast 400.000 NIS leben, die sich selbst als Nichtraucher bezeichnen. Diese Gruppe würde dann knapp 12,3 Prozent der regelmäßigen Raucher ausmachen. 22 Prozent aus der Gruppe der nicht-identifizierten Raucher rauchte täglich.

Vor allem junge Menschen, die sich nicht abhängig fühlen und eher in sozialen Kontexten rauchen, sowie ältere Raucher über 45 Jahren, die trotz mehrmaliger Versuche nicht komplett mit dem Rauchen aufhören konnten, tendierten dazu, sich selbst als Nichtraucher zu sehen. Insbesondere die letzte Gruppe möchte vermutlich dem zunehmendem Stigma des Rauchens aus dem Wege gehen, so die Forscher. 

Nicht-identifizierte Raucher könnten nach Ansicht der Arbeitsgruppe in Programmen zur Rauchprävention als relevante Gruppe häufig übersehen werden. Zusätzlich warnen die Forscher davor die Risiken des geringen Zigarettenkonsums zu bagatellisieren.

© hil/aerzteblatt.de

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