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Vermischtes

Zusprache wie zu Erwachsenen fördert Lernfähigkeit von Kleinkindern

Freitag, 14. Februar 2014

Chicago – Wer mit seinem Baby wie mit einem Erwachsenen spricht, fördert die Lern­fähig­keit am besten. Und fehlende Zusprache in den ersten beiden Lebensjahren ist oft ein Grund, weshalb Kinder aus sozial schwachen Familien im Einschulungsalter um bis zu zwei Jahre hinter ihren Altersgenossen herhinken. Das ergab eine Studie, die gestern beim Jahrestreffen der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (AAAS) in Chicago vorgestellt wurde. „Die Sprache muss reich und komplex sein", sagte eine der Autorinnen, die Psychologin Erika Hoff von der Florida Atlantic University.

Das menschliche Gehirn entwickelt sich in den ersten Jahren unglaublich schnell. Bis zum Alter von drei Jahren bildet es tausend Billionen Neuronenverbindungen. „Die frühkindlichen Erfahrungen spielen eine zentrale Rolle bei der Frage, ob die Verbindun­gen stärker oder schwächer werden", sagte Kimberly Noble, Neurologin an der Columbia University.

Sie verglich mit ihren Kollegen die Gehirne von Kindern aus schwierigem Umfeld und aus Familien mit hohem Bildungsstandard. Am stärksten waren die Unterschiede bei den Hirnstrukturen, die für die Sprachentwicklung zuständig sind. „Mit zunehmendem Alter setzen Kinder mit hohem sozioökonomischen Hintergrund diese Regionen stärker ein", resümierte Noble.

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Die Psychologin Anne Fernald von der Stanford University nahm auf, was eine Gruppe Kinder aus Spanisch sprechenden Geringverdienerhaushalten den ganzen Tag zu hören bekommt. Dabei fanden sie heraus, dass die Kinder nicht viel von dem mitnehmen, was ihre Eltern oder andere Bezugspersonen untereinander sprechen. Echtes Lernen stellte sich ein, wenn sie direkt angesprochen wurden.

Es sei daher von großer Bedeutung, Eltern dazu zu bringen, dass sie mit ihren Kleinkindern reden, sagte Fernald. Hoff zufolge ist es meist sinnvoller, wenn Einwanderer-Eltern ihre Muttersprache mit dem Nachwuchs sprechen. Die Forscherin stellte heute eine weitere Studie vor, nach der Eltern ihren Kindern eine Zweitsprache nur dann wirklich beibringen können, wenn sie sie selbst sicher beherrschen. Denn diese Kinder lernten ansonsten nur ein begrenztes Vokabular kennen, was wiederum ihre allgemeinen sprachlichen Fähigkeiten einschränke. © afp/aerzteblatt.de

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Gunter Heinrich
am Dienstag, 18. Februar 2014, 11:12

Frühen Prägungsphasen

Es liegt auf der Hand und doch schenken wir diesem besonderen Wissen, welches "Alles" entscheidend ist, so wenig Beachtung. Später wenden wir unglaublich viel Energie auf um zu lehren und zu erziehen. Dabei wäre "Alles" doch so einfach. In den frühen prägenden Phasen entscheiden wir, wie unsere nächste Generation "tickt". Eine gesamte Gesellschaftsform ist Abhängig von früher Prägung und vom geförderten Talent unserer Sprösslinge. Sollten wir Menschen nicht schon bald verstehen, dass unser gesamtes ökologisches System davon abhängt, werden wir weitaus mehr mit der Flucht vor ökologischen Katastrophen und mit Völkerwanderungen zu tun haben, wie wir es uns je vorstellten.
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