NewsPolitikInformationssystem zur Auswertung von Versorgungsdaten gestartet
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Informationssystem zur Auswertung von Versorgungsdaten gestartet

Montag, 17. Februar 2014

Köln – Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat ein Informationssystem zur Auswertung von Versorgungsdaten der gesetzlichen Kran­ken­­kassen im Pilotbetrieb gestartet. Das System soll unter anderem ambulante und stationäre Diagnosen sowie Daten über ambulant verordnete und abgerechnete Arzneimittel der Versorgungsforschung zugänglich machen.

„In dieser Vollständigkeit – über die verschiedenen gesetzlichen Krankenkassen hinweg – waren diese Angaben bisher nicht verfügbar“, hieß es dazu aus dem DIMDI. Wer Daten für welchen Zweck erhält, regelt das Sozialgesetzbuch (§§303a bis 303e SGB V). Nur darin genannte Einrichtungen können dem Institut zufolge die Versorgungsdaten nutzen.

Zu den Berechtigten gehören unter anderen Einrichtungen der Krankenkassen, der Gemeinsame Bundes­aus­schuss, Interessenvertretungen von Patienten und Leistungs­erbringern auf Bundesebene sowie Institutionen der Forschung und Gesundheits­berichterstattung. Ihnen sollen die Daten beispielsweise helfen, die Qualität der Versor­gung zu verbessern oder Leistungsressourcen zu planen.

Anzeige

Datentransparenz: Forschen mit Routinedaten

Über das Informationssystem Versorgungsdaten können erstmals Daten der gesetzlichen Krankenkassen für Analysen genutzt werden. Noch im ersten Quartal 2014 wird das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) damit beginnen, über das Informationssystem Versorgungsdaten aggregierte Datensätze der gesetzlichen Krankenkassen für wissenschaftliche Analysen zur Verfügung

Laut DIMDI liefern die Krankenkassen dem Bundesversicherungsamt (BVA) schon länger jährlich pseudonymisierte Daten für den morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleich (Morbi-RSA). Das DIMDI wird die vom BVA übermittelten Morbi-RSA-Daten nun über mehrere Jahre hinweg zusammenführen. Zurzeit liegen die Daten der Ausgleichsjahre 2009 und 2010 vor.

Sie werden im zweiten Quartal 2014 durch die Daten aus 2011 ergänzt. Strenge Daten­schutzvorkehrungen, die in Abstimmung mit der Bundesbeauftragten für den Daten­schutz und die Informationsfreiheit getroffen wurden, sollen sicherstellen, dass einzelne Versicherte nicht identifizierbar sind.

Während der Pilotphase können Berechtigte laut DIMDI vorerst nur beantragen, dass die Datenaufbereitungsstelle des Instituts Analysen mit SQL-Programmen durchführt, die die Berechtigten selbst anhand des Beispieldatensatzes entwickelt haben. Im Laufe des Jahres will das DIMDI ergänzend anbieten, die Daten entsprechend einer vom Antrag­steller formulierten Fragestellung auszuwerten.

Finanziert wird das Informationssystem durch die gesetzlichen Krankenkassen. Für die Auf­bereitung der Daten durch das DIMDI werden Nutzungsgebühren anfallen, die zurzeit noch ausgearbeitet werden. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER