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Brandenburg: Alkohol am Arbeitsplatz belastet Unternehmen

Montag, 17. Februar 2014

dpa

Potsdam – Der Griff zur Flasche und zu Hochprozentigem wird in Büros und Unter­nehmen immer mehr zum Problem. Krankschreibungen, Unfälle unter Alkoholeinfluss oder schlechte Arbeitsleistungen der Betroffenen belasteten die Unternehmen, sagte die Geschäftsführerin der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen, Andrea Hardeling. Nicht immer seien Vorgesetzte und Kollegen ausreichend sensibilisiert, den problematischen Umgang eines Mitarbeiters zu erkennen. „Deutliches Signal ist natürlich die Alkoholfahne.“

Hellhörig sollte man aber auch werden, wenn Mitarbeiter länger und spontan fehlten. Auch werde oft versucht, den Alkoholgeruch mit Parfüm oder Pfefferminzbonbons zu überdecken. „Dann sollten die Alarmglocken schrillen und Klarheit geschaffen werden“, empfahl Hardeling. Doch Kollegen und Führungskräfte seien oft unsicher, was in solchen Fällen zu tun ist.

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Alkohol hat am Arbeitsplatz nichts zu suchen
„Arbeitgeber sind natürlich interessiert, gesunde Mitarbeiter im Unternehmen zu haben“, stellte die Geschäftsführerin fest. Die Führungskräfte müssten in Schulungen lernen, wie sie Mitarbeiter vertrauensvoll ansprechen können. Der Kontakt zu einer Suchtberatung sollte empfohlen werden, ohne dass gleich arbeitsrechtliche Konsequenzen angedroht werden. Erst im nächsten Schritt müssten Regeln aufgestellt und Konsequenzen formuliert werden. „Aus meiner Sicht hat Alkohol am Arbeitsplatz nichts zu suchen“, meinte Hardeling  und forderte ein prinzipielles Verbot.

In Brandenburg gibt es in den Kommunen und Landkreisen 28 entsprechende Beratungsstellen. Der Anteil alkoholabhängiger Klienten liegt bei 70 Prozent; 14 Prozent sind von Rauschgift abhängig; 6 Prozent leiden unter Glücksspielsucht. 2012 wurden nach den Angaben mehr als 7.000 Menschen in Brandenburg beraten. Zudem gibt es rund 200 Selbsthilfegruppen im Land.

Fünf Prozent der Arbeitnehmer alkoholabhängig
Rund fünf Prozent der Arbeitnehmer seien alkoholabhängig, bei Führungskräften liege der Anteil höher, vermutlich bei zehn Prozent, berichtete Hardeling unter Bezug auf aktuelle Studien. Alkoholmissbrauch gebe es in allen Branchen und sozialen Schichten. Süchtige und Mitarbeiter mit problematischem Verhalten zum Alkohol fehlten bis zu 16 Mal häufiger am Arbeitsplatz. Zudem dauere die Krankschreibung meist länger als bei anderen Beschäftigten.

 In der Suchtpolitik des Landes Brandenburg gibt es nach Angaben des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums zwei Ziele: den Konsum von Alkohol zu reduzieren und Betroffenen bedarfsgerechte Hilfe zu bieten. © dpa/aerzteblatt.de

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