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Medizin

Glaukom: Trabekelwerk der Cornea mit neuer Verankerung

Montag, 17. Februar 2014

dpa

Birmingham – Harminder Singh Dua, ein britischer Augenarzt indischer Herkunft, sorgte im letzten Jahr weltweit für Aufsehen, weil er eine bisher unbekannte Membran in der menschlichen Cornea entdeckt hatte. Seiner neuesten Publikation im British Journal of Ophthalmology (2014; doi: 10.1136/bjophthalmol-2013-304593) zufolge ist das Trabekel­netzwerk, über das das Augenwasser im Augenwinkel abfließt, nichts anderes als eine Verlängerung der Dua-Membran.

Angesichts ihrer Transparenz dürften die meisten Menschen die Hornhaut des Auges für eine zellfreie homogene Schicht halten. Weit gefehlt. Weder ist die menschliche Cornea frei von Zellen, noch ist ihr Aufbau einheitlich. Die nur etwa einen halben Millimeter dicke Hornhaut ist mehrschichtig.

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Auf die äußere Epithelschicht folgt die Bowman-Membran. Die Mitte bildet ein Bindege­webe (Stroma) und nach innen ist die Cornea über die Descemet-Membran und eine Endothelzellschicht begrenzt. Im letzten Jahr konnte Dua zeigten, dass sich zwischen Stroma und Descemet-Membran noch eine nur 15 Mikrometer dünne Membran befindet, die dank einer mehrschichtigen Anordnung der Kollagenfasern, aus denen sie besteht, in den Experimenten Duas einem Druck von bis 2 Bar standhielt.

Die Publikation in Ophthalmology (2013; 120: 1778-1785) war im letzten Jahr die am häufigsten abgerufene Studie des Journals, und da die Medien die Geschichte aufgriffen, wurde Dua auch außerhalb der ophthalmologischen Szene bekannt.

Jetzt stellt Dua den Teil 2 seiner Entdeckung vor. An 19 menschlichen Augenpräparaten hat er mittels Elektronenmikroskopie und immunhistochemischen Nachweismethoden den weiteren Verlauf der Prä-Descemet-Schicht (wie er die nach ihm benannte Membran nennt) in der Peripherie der Cornea untersucht. Nach seinen Erkenntnissen lockert sich der enge Verband der Kollagenfasern zum Rand der Cornea hin auf.

Die einzelnen Fasern setzen sich dann als Streben des Trabekelwerkes fort. Das Trabekelwerk bildet im inneren Augenwinkel ein feines Netz, durch dessen Öffnungen das Augenwasser in den Schlemm-Kanal abfließt. Es handelt sich um einen für die Funktion des Auges essentiellen Bereich des Augapfels.

Jede Behinderung des Abflusses an dieser Stelle führt zu einem Anstieg des Augen­innendrucks und damit zum Glaukom, das zu den häufigsten Ursachen für eine Erblindung zählt. Die Verankerung des Trabekelwerks liefert laut Dua neue Einblicke in die Anatomie der Cornea und verspricht möglicherweise neue Ansätze für die Erforschung des Glaukoms. © rme/aerzteblatt.de

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