Vermischtes

Deutsche halten Versorgungsqualität am Lebensende für ausbaufähig

Dienstag, 18. Februar 2014

Berlin – Mehr als jeder fünfte Deutsche, der bereits einen Sterbenden begleitet hat, stuft die Versorgung am Lebensende hierzulande als schlecht ein. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). Wichtigste Kriterien für eine gute Sterbebegleitung sind demnach die maximal mögliche Linderung von Schmerzen, Übelkeit und Luftnot sowie die Begleitung im Umgang mit Angst und Trauer. Ebenfalls hohe Bedeutung wird der Beratung und Unterstützung von pflegenden Angehörigen beigemessen.

Daneben spielen Aspekte wie Teilhabe und Selbstbestimmung eine große Rolle. Für 94 Prozent der Interviewten ist es wichtig, auch in der Phase des Sterbens Dinge tun zu können, die ihnen Freude bereiten. Über Maßnahmen in der Behandlung und Pflege selbst entscheiden zu können, rangiert auf der Wunschliste der Deutschen an zweiter Stelle (92 Prozent).

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Aber auch psychosoziale Aspekte haben für einen sehr großen Teil der Befragten einen hohen Stellenwert: Abschied nehmen zu können (88 Prozent) und Familie oder Freunde an der Seite zu haben (86 Prozent), wünschen sich viele Menschen.

„Eine gute, bedürfnisorientierte palliativmedizinische Versorgung ermöglicht Menschen, ihr Leben auch mit schwerwiegenden Einschränkungen bis zu Ende in Würde und Selbstbestimmtheit leben zu können und trägt dazu bei, belastende Symptome zu lindern, Ängste zu verringern und Lebensqualität zu verbessern“, resümierte ZQP-Vor­standsvorsitzender Ralf Suhr.

Derzeit hätten jedoch viele schwerkranke Menschen keinen hinreichenden Zugang zu entsprechender Unterstützung. So kämen entsprechende Maßnahmen etwa bei typischen Alterserkrankungen wie Demenz häufig zu spät zum Einsatz.  

Auf der Skala des gewünschten Sterbeortes rangiert das eigene Zuhause weiter auf Platz eins. Jeder Zweite wünscht sich einen Tod in den eigenen vier Wänden. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) will dagegen in einem Hospiz sterben, in einem Pflegeheim oder Krankenhaus zu sterben, wünschen sich hingegen nur vier Prozent. Trotzdem sterben bis heute mit 65 bis 75 Prozent die meisten Menschen in Deutschland in stationären Einrichtungen. © hil/aerzteblatt.de

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