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Pradaxa: US-Klage wird im Sommer verhandelt

Mittwoch, 19. Februar 2014

Ingelheim – Im juristischen Streit um mögliche schwere Nebenwirkungen des Boehringer-Ingelheim-Medikaments Pradaxa steht im August dieses Jahres die erste Verhandlung vor einem US-Gericht an.

Wie das Bezirksgericht im US-Bundesstaat Illinois auf seiner Internetseite ankündigt, sollen weitere Klagen im November und dann zu Jahresbeginn 2015 behandelt werden. In den USA sind bislang rund 2.300 Klagen gegen den Gerinnungshemmer eingegangen. Boehringer soll nicht ausreichend über die Risiken informiert haben. Die Kläger machen das Mittel für schwere, zum Teil tödliche Blutungen verantwortlich. Auch in Frankreich hatten im Oktober letzten Jahres vier Familien von verstorbenen Senioren gegen Boehringer Klage eingereicht.

Eine Konzernsprecherin wies den Vorwurf mit dem Verweis auf das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis zurück: „Seit der Einführung 2010 konnten mit Pradaxa 120.000 Schlaganfälle verhindert werden.“

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Weder das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, die US-Arzneimittelbehörde FDA noch das europäische Pendant EMA sehen Anlass, von ihren positiven Bewertungen des Medikaments abzurücken. Pradaxa hatte laut Boehringer 2012 einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro erzielt.

2013 hat Boehringer Ingelheim nach eigenen Angaben acht Projekte zur Zulassung eingereicht. Großes Potenzial sieht der Pharmakonzern für seine Diabetes- und Krebsmittel. Bis 2016 sei mit zwölf weiteren Neueinführungen zu rechnen. 2012 hatte Boehringer Erlöse von 14,7 Milliarden Euro ausgewiesen - ein Plus von 11,5 Prozent zum Vorjahr. © dpa/aerzteblatt.de

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