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Bundesregierung kündigt Qualitätsoffensive für onkologische Versorgung an

Donnerstag, 20. Februar 2014

Berlin – Mit neuen Forschungsprojekten zur Qualität der Versorgung von Krebskranken will die Bundesregierung erreichen, dass Tumorpatienten flächendeckend gut therapiert und betreut werden. „Wir müssen sicherstellen, dass Krebspatienten überall in Deutschland nach dem aktuellen Wissens- und Erkenntnisstand versorgt werden, im ambulanten und im stationären Bereich“, sagte die Parlamentarische Staatssekret舐in des Bundesministeriums für Gesundheit, Annette Widmann-Mauz (CDU), zur Eröffnung des Deutschen Krebskongresses in Berlin.

Es gelte, Kriterien für die ambulante und die stationäre Versorgung zu erarbeiten, um die Qualität zu bewerten und Probleme zu lösen. Dass die Krebssterblichkeit in Deutschland regional unterschiedlich ist, hatte unter anderem eine kürzlich vom Deutschen Krebs­forschungszentrum in Heidelberg publizierte epidemiologische Studie belegt. Erkrankte aus dem sozioökonomisch schwächsten Fünftel der untersuchten Landkreise – sie decken 40  Prozent der Gesamtbevölkerung ab – hatten in den ersten drei Monaten nach der Diagnose und fünf Jahre später ein signifikant höheres Risiko zu sterben als Patienten aller anderen Regionen (IJC 2013; DOI: 10.1002/ijc.28624).

Verabschiedung eines Präventionsgesetzes für laufende Legislaturperiode geplant
Um die Finanzierung der sektorenübergreifenden Versorgungsforschung zu stärken, soll für den Bereich der Onkologie ein spezieller „Innovationsfonds“ eingerichtet werden, sagte Widmann-Mauz. Außerdem mache sich die Bundesregierung dafür stark, zügig ein Präventionsgesetz zu verabschieden. Es soll helfen, der Entwicklung von Malignomen vorzubeugen, denn die Inzidenzen von Tumorerkrankungen steigen. „Wir wissen, dass Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, Fehlernährung und Bewegungsmangel zur Entstehung von Krebserkrankungen beitragen“, sagte die Staatssekretärin. Das Gesetz werde für die laufende Legislaturperiode erwartet. „Wir möchten nicht, dass das Vorhaben politischen Diskontinuitäten oder instabilen Mehrheiten im Bundesrat zum Opfer fällt.“

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Dokumentationskosten bei Brustkrebs bis zu 4.000 Euro
Auch werde daran gearbeitet, die Dokumentation zu Diagnostik, Therapie und Krankheitsverlauf bei Tumorerkrankungen zu vereinheitlichen und zu reduzieren, um Qualitätssicherung nicht durch unnötigen bürokratischen Aufwand zu konterkarieren. Derzeit laufe ein solches Projekt für vier Tumorentitäten: Brust-, Lungen-, Darm- und Zervixkarzinom.

Eine vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebene Studie zur Feststellung des Dokumentationsaufwands bei Frauen mit primärem Mammakarzinom (Diagnostik,  Therapie, Nachsorge) an acht zertifizierten Brustkrebszentren hatte erhebliche Redundanzen ergeben: Für die Abrechnung, die Qualitätssicherung des Gemeinsamen Bundesausschusses, die Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft oder die epidemiologische Krebsregistrierung in den Ländern zum Beispiel werden ähnliche Daten erhoben, heißt es in der am 17. Februar publizierten Studie unter Federführung des Brustzentrums Franken, Universitätsklinik Erlangen.

Je nach Krankheitsverlauf entstehen Dokumentationskosten zwischen 660 und 4.135 Euro pro Patientin. Die Akteure des Nationalen Krebsplans hatten sich verpflichtet, gemeinsam und konsequent an einer datensparsamen einheitlichen Tumordo­kumentation mitzuarbeiten.

Der Deutsche Krebskongress wird in diesem Jahr erstmals von der Deutschen Krebs­gesellschaft und der Deutschen Krebshilfe gemeinsam ausgerichtet und findet bis zum Samstag in Berlin statt. © nsi/aerzteblatt.de

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